»Nein, Herr, was sollen wir ein Zimmer heizen, in dem Niemand wohnt.«
»Könnt Ihr es gleich heizen, aber rasch?«
»Gewiß,« rief der Wirth, der staunend die Anzahl Silberstücke betrachtete, die ihm Jeremias in Todesangst in die Hand gedrückt, und dann rief er in böhmischer Sprache seiner Frau ein paar Worte zu, die rasch zum Ofen humpelte, dort einen. Arm voll trockenes Holz nahm und das Zimmer damit verließ.
»Und kann Eure Frau eine gute, kräftige Suppe kochen, mit einem Huhn darin und Eiern?«
»Eier haben wir jetzt nicht, Herr,« sagte der Mann, »aber ein Huhn ist da, und die Suppe soll bald fertig sein.«
»Rasch nur, rasch,« rief Jeremias, »ich bezahle Alles!« Und wie ein Pfeil schoß er aus der Thür hinaus, griff draußen im Schlitten alles von wollenen Decken auf, was er fassen konnte, und rannte damit in das gegenüber liegende Haus.
Der Fuhrknecht, der wohl gemerkt hatte, daß hier Geld zu verdienen war, denn der kleine Fremde warf mit den Silberstücken nur so um sich, hatte ihm dabei geholfen, und dort breitete er Alles, was er mitgebracht, über die Kranke aus, um sie nur erst einmal zu erwärmen.
Das besorgt, ordnete er mit Hülfe seines Dolmetschers die aufgelaufene Rechnung der Kranken – nur wenige Gulden für den Aufenthalt, und schickte diesen dann fort, um Leute herbeizuholen, welche die Kranke mit ihrem Bett in das für sie bereite Zimmer tragen konnten, sobald es nur durchwärmt war.
Was läßt sich mit dem Geld nicht Alles machen! Die Wirthin feuerte ein, daß der Ofen knisterte; die Betten wurden durchwärmt, eine gute, nahrhafte Suppe bereitet, und die Träger, denen Jeremias indessen an Branntwein geben ließ, was sie trinken wollten, warteten geduldig, bis der kleine wunderliche Fremde ihnen befehlen würde, das Bett mit der Kranken aufzugreifen und in das Wirthshaus herüberzutragen.
Jeremias dachte dabei an Alles. Auch ein paar Mädchen hatte er indes besorgt, welche die Kranke von ihrem Strohlager in das warme und weiche Bett legen sollten, und als er Alles nun bereit hatte, ging er mit ihnen hinüber, um sie abzuholen.