»Mich?«
»Nachher; eine Geschäftssache,« lachte George; »Sie brauchen nicht zu erschrecken. Also den schönsten Augen, meine Herren, und da ist wohl Keiner hier, der den Toast nicht mittränke.«
»Bitte um Verzeihung,« sagte Pfeffer, »wenn ich auf etwas Derartiges anstieße, so wäre es höchstens auf die »beste Brille«; der Teufel soll die schönen Augen holen, wenn man Abends nicht mehr damit lesen kann.«
»Hahaha, Freund Pfeffer, immer giftig!«
Graf George rückte jetzt mit zum Tisch und das Gespräch wurde allgemeiner; nur Handor war merkwürdig einsilbig geworden, und so ausgelassen lustig er im Anfange geschienen, so schweigsam zeigte er sich jetzt, daß es sogar den Tischgenossen auffiel. Wie er aber nacheinander ein paar Gläser des feurigen Trankes hinuntergestürzt, wurde er etwas lebendiger; doch lagen ihm immer noch die paar Worte auf dem Herzen, welche ihm der junge Graf vorher gesagt. Was wollte der von ihm? Eine Geschäftssache? War er dem Liebesverhältniß mit dessen Schwester auf die Spur gekommen und wollte ihn jetzt vielleicht gar fordern? Die Cavaliere nannten das eine Geschäftssache. Das Gefühl wurde ihm zuletzt so unbehaglich und drückend, daß er aufstand, hinter Graf George's Stuhl ging und, leise seine Schulter berührend, sagte: »Mein lieber Herr Graf, Sie wollten mir vorhin etwas mittheilen; wenn ich bitten dürfte, ich kann nicht mehr lange bleiben.«
»Ach ja,« rief George, indem er aufsprang und nach seiner Uhr sah, »meine Zeit ist ebenfalls um; sagen Sie einmal, lieber Handor,« fuhr er dann leise fort, indem er ihn unter dem Arm nahm und etwas bei Seite führte, »ich habe eine Bitte an Sie.«
»An mich?«
»Zuerst muß ich Ihnen die Mittheilung machen, daß wir morgen über acht Tage, also am Freitag, die Verlobung meiner Schwester Paula in unserem Hause...«
»Ihrer Schwester Paula....?«
»Bst, nicht so laut, die Sache ist noch Geheimniß, soll wenigstens nicht vor der Zeit öffentlich bekannt werden, und ich ersuche Sie auch deshalb um Ihre Discretion; also daß wir dann in unserem Hause Paula's Verlobung feiern, und ich wollte sie gern zu dem Tage, unter anderen Sachen die ich mir ausgedacht, mit der Aufführung irgend eines hübschen Stückes auf unserem kleinen Liebhaber-Theater überraschen. Haben Sie etwas recht Hübsches, Neues, das wir bis dahin noch lernen können, und sind Sie vielleicht selber im Stande, uns bei der Inscenesetzung und den Proben zu unterstützen? Aber es muß natürlich Alles heimlich betrieben werden, denn weder Braut noch Bräutigam dürfen etwas davon erfahren.«