„Dank Euch,“ nickte Martin, indem er seinen Teller zurückschob, „bin gerade fertig, und jetzt auch in der Stimmung, von Geschäften zu reden — wenn Ihr mich nämlich anhören wollt.“

„Anhören? aber mit Vergnügen, alter Junge,“ lachte Willis — „es erzählt kein Mensch in der ganzen range so gut wie Ihr — oder lügt so prächtig.“

„Meint Ihr Willis? nun gut, dann will ich diesmal aber nicht lügen, und Euch eine wahre Geschichte erzählen.“

„Vor allen Dingen,“ begann er, indem er seinen linken Fuß wieder herauf nahm, um den vorher etwas zu scharf angezogenen Sporenriemen ein wenig zu lockern, „muß ich Euch erzählen, Willis, daß ich eigentlich nicht Martin, sondern John heiße, mit Zunamen Hendriks — Martin nannte ich mich nur der Kürze wegen und weil ich den Namen gern leiden mag.“

„John Hendriks?“

„In Illinois,“ fuhr Martin fort, „verheirathete ich mich mit einem jungen Mädchen, Miß Fanny Edgelong. — Ihr kennt ja wohl den Namen, das liebenswürdigste Wesen — gegenwärtige Gesellschaft immer ausgenommen — das ich je gesehen.“ —

„Ihr lügt wie ein Leichenstein!“ schrie Mrs. Fanny, die bleich vor innerer Aufregung bis jetzt an ihrem Rad gestanden hatte, und nun nicht mehr zurückhalten konnte.

„Bitte Madame, geniren Sie sich nicht,“ sagte Martin ruhig, „Sie waren immer etwas heftiger Natur, aber sonst von Herzen gut — eigentlich zu gut.“

„Martin,“ sagte aber auch jetzt Willis mit ernstem Kopfschütteln — „ich fürchte fast, Ihr bellt unter dem falschen Baum. Nehmt Euch in Acht, was Ihr thut, und um Gottes Willen keinen Namen an, der Euch nicht gehört. Es steht Zuchthausstrafe drauf.“

„Habt keine Angst um mich, Willis,“ meinte Martin, „ich bin alt genug, um auf mich selber Acht zu geben. Um aber in meiner Geschichte fortzufahren, so geht das, was nachher zwischen den beiden Eheleuten vorfiel, Niemandem etwas an, als sie selber; genug, eines Tages — und wir wollen hier unerörtert lassen, ob sie Grund dazu hatte oder nicht, war Mrs. Hendriks verschwunden und Mr. Hendriks allein zu Haus.“