Martin schwieg eine Weile und sah still brütend vor sich nieder — selbst Willis wagte nicht, ihn zu stören, endlich fuhr er leise fort:

„Was ich seitdem für ein Leben geführt habe, wißt Ihr hier am Besten, Willis — ich konnte die Frau nicht wieder finden, denn ich wußte nicht, wohin ihre Verwandten gezogen waren, und trieb mich von da an allein in der Welt herum. Da — wollte es ein glücklicher Zufall, daß ich ihr neulich wieder hier — wo ich sie wahrhaftig am Wenigsten vermuthet hätte, begegnete, und der Gedanke machte mich fast rasend, jetzt hauslos und arm zu sein, und ihr keine Heimath bieten zu können. Aber ich hielt mich nicht mit langen Vorwürfen oder weitläufigem Ueberlegen auf, sondern ging scharf an die Arbeit, um das Versäumte so rasch als irgend möglich nachzuholen. Das ist jetzt geschehen: ich habe wieder ein freundliches Wohnhaus und Geräth darin, einen Viehstand und fünf Acker urbar gemachtes und bestelltes Land, also Alles, was ein Ansiedler hier im Walde braucht, um selbstständig aufzutreten. Auch sonst geht’s mir nicht knapp — mein Rauchhaus ist gefüllt. Hühner und Enten treiben sich in Masse auf dem Hof herum. Die Gegend, wo meine Farm liegt, ist dabei gesund und freundlich, und — was früher geschehen ist, habe ich vergessen. — So, das ist das Lange und Kurze von der Geschichte, und nun Fanny, mein Herz, sag mir, wo Dein Sattel liegt, daß ich ihn aufschnallen kann, und dann reiten wir ohne Weiteres heim.“

Mrs. Fanny war eben im Begriff, wieder eine zornige Antwort zu geben, als Willis von seinem Stuhl aufsprang und rief:

„Bitte, Madame, lassen Sie mich vorher eine Frage thun, und erlauben Sie mir, dann dem Herrn zu antworten.“

„Und was geht Euch die Geschichte an, Willis?“ frug Martin ruhig.

„Das werdet Ihr gleich erfahren, mein Junge,“ erwiederte dieser. „Also Mrs. Fanny, Sie haben eben gehört, was der Herr da erzählt hat. War das Wahrheit oder gelogen?“

„Gelogen, schändlich gelogen,“ rief die junge Frau in furchtbarer Aufregung — „er muß wahnsinnig sein.“

„Und Sie kennen den Herrn gar nicht? haben ihn nie gesehen?“

„Nie in meinem Leben! und hoffe auch nicht, ihm je wieder zu begegnen.“

„Sehr schön,“ sagte Willis ruhig, „habt Ihr das gehört Martin?“