„Es war deutlich genug,“ erwiederte dieser, „aber zu der Sache gehören zwei — sie und ich, und wie ich glaube, hat der Mann da die erste Stimme.“
„Was Ihr glaubt, ist verdammt gleichgültig,“ rief aber Willis, nicht gesonnen, eine weitere Erörterung zuzulassen. „Ihr habt gehört, was Mrs. Fanny gesagt hat, und habt Euch satt gegessen und Euer Pferd geruht; nun macht, daß Ihr fort kommt, und wenn ich Euch je wieder in Schußweite von dieser Hütte finde, dann will ich von Gott verlassen werden, wenn ich Euch nicht eine Kugel durch den Kopf jage. Habt Ihr mich verstanden?“
„Und wollt Ihr Euch zwischen zwei Eheleute stellen?“ frug Martin, während sein Blick in Haß und Ingrimm auf dem jungen Mann ruhte.
„Zwischen zwei — ich hätte bald was gesagt,“ rief Willis trotzig — „meine Hand soll verdorren, wenn ich Euch nicht über den Haufen schieße wie einen tollen Hund, sobald ich Euch noch einmal zwischen meinen Fenzen finde.“
„Und Fanny?“ frug Martin ruhig.
„Fort! ich kenne Euch nicht,“ rief die Frau in Abscheu aus, „Ihr seid ein Betrüger!“
Martin stand auf und nahm seinen Hut; an der Thür zögerte er noch einen Moment, als ob er unschlüssig wäre, was zu thun, aber das dauerte nicht lange. Ohne weiteren Gruß verließ er das Haus, schritt hinüber zu seinem Pferd, legte ihm wieder den Sattel auf und trabte waldein.
In der Ansiedlung war indessen jenes Gespräch kein Geheimniß geblieben. Ein junges Mädchen, das Mrs. Willis als sogenannte „Hülfe“ im Haus hatte, war unbemerkter Zeuge der wunderlichen Unterredung gewesen, und konnte natürlich den Mund nicht halten. Die Ansiedler machten sich auch darüber ihre eigenen Gedanken, denn daß Mrs. Fanny an jenem Abend wirklich in Ohnmacht gefallen sei, und nicht bloß so gethan habe, darüber schien nur eine Stimme. Aber die Sache ging auch Niemanden weiter etwas an, und man würde sie mit der Zeit total vergessen haben, wenn nicht ein blutiger Zwischenfall auf’s Neue jene Scenen in das Gedächtniß der Ansiedler zurückgerufen hätte.
Sechs Wochen waren nach den eben beschriebenen Vorfällen etwa verflossen und Martin seit der Zeit nicht mehr in der Ansiedlung gesehen worden, als Willis eines Morgens, mit Tagesgrauen, in die Thür seiner Hütte trat. Er war fertig angezogen und trug seine Büchse auf der Schulter, um hinaus pirschen zu gehen, als er plötzlich einen Ruf hörte, der ihm im Nu das Blut zum Herzen zurücktrieb.
„Halloh, Willis!“ rief eine Stimme, die er nur zu gut kannte, „erinnert Ihr Euch noch an Euer Versprechen?“ — Es war Martin, der mit einer Büchse im Anschlag auf dem offenen Plan vor der Wohnung stand.