„Bestie,“ schrie Willis und riß die eigene Waffe von der Schulter — aber es blieb ihm keine Zeit, sie zu gebrauchen. Ein Blitz zischte aus dem Rohr des Feindes, ein scharfer Knall folgte und mitten durch den Kopf geschossen brach der junge backwoodsman in der Thür, auf der Schwelle seiner eigenen Hütte, zusammen.
Mit einem wilden Schrei stürzte Willis’ Frau heraus und warf sich über die Leiche, und hinter ihr, einer Todten mehr ähnlich als einer Lebenden, stand Fanny und starrte nach dem Schrecklichen hinüber, der dort, wie nach dem Schuß auf ein Stück Wild, ruhig auf seinem Platz stehen geblieben war und seine Büchse auswischte und frisch wieder lud.
„Mörder!“ hauchte sie, — „schändlicher Mörder!“
„Das ist Dein Werk, Fanny,“ sagte aber Martin ruhig, „Du hast mich zur Verzweiflung getrieben, und eigentlich war diese zweite Kugel für Dich bestimmt — aber es ist Blut genug geflossen. Lebe, und denke an diese Stunde!“ und ohne weiter eine Antwort abzuwarten, drehte er sich um und war im nächsten Augenblick im Wald verschwunden.
Die Nachbarn wurden herbeigerufen, und wenige Stunden später flogen wohl zehn oder zwölf berittene Männer, ihre Büchsen auf der Schulter, in den Wald hinein, um den Mörder zu ergreifen und den Mord zu rächen. — Umsonst! sie fanden ihn nicht mehr.
Was aus Martin später geworden, hat Niemand erfahren, ebensowenig, ob er damals Wahrheit gesprochen, oder wirklich nur eine tolle, fixe Idee — durch das frühere Necken vielleicht herauf beschworen, seine Sinne vielleicht umfangen habe.
Keinenfalls belästigte er die Frauen weiter, und diese zogen, etwa sechs Wochen nach jener That, aus dem wilden Wald fort, nach Virginien zurück.