Berger antwortete nicht, — nur einen Blick warf er im Zimmer umher — kannte er doch jeden Fußbreit im ganzen Haus — im nächsten Moment sprang er auf, — aber des Lohndieners Arme, auf den er gar nicht geachtet, umschlangen ihn in demselben Augenblick, als Berthus eins der Weingläser aufgriff und gegen die Thür schleuderte.
Wie mit einem Schlag öffneten sich die beiden in den Saal führenden Thüren, aus deren jeder zwei Polizeibeamte sprangen und sich auf den Verbrecher warfen. Ehe dieser im Stande war, den Lohndiener abzuschütteln, sah er sich machtlos in den Händen der kräftigen Burschen.
„Was soll das heißen?“ schrie Berger, heiser vor Wuth und Aufregung — „diese Behandlung —“
„Fort mit ihm!“ rief aber Berthus rasch, „daß die Damen nichts davon erfahren, wir folgen gleich nach. Ist die Droschke da?“
„Alles bereit, Herr Assessor.“
„Gut, fort mit ihm,“ und im Nu war der Gefangene aus der Thür geschleppt, seinem Geschick entgegen.
„Aber, meine Herren!“ rief der Medizinalrath, wirklich entsetzt über diese Behandlung seines Schwiegersohns von seinem Stuhl emporspringend, „was soll das heißen? — Herr von Berger —“
„Danke Du Gott! lieber Freund,“ rief aber der Professor, seinen Arm erfassend, „daß Du und Deine Tochter einer großen und furchtbaren Gefahr glücklich entgangen seid, ehe das Verderben über euch hereingebrochen, — das war der Mörder!“
„Aber ich begreife nicht —“
„Sie werden Alles begreifen, Herr Medizinalrath,“ sagte Berthus, dem man keine Spur des getrunkenen Weins mehr ansah, ruhig, „sobald Sie nur einen Blick in das Gewebe von Schamlosigkeit und Verbrechen thun, mit dem jener Mensch Ihre Familie umsponnen hat.“