Berger warf scheu den Blick umher und sah, wie Aller Augen auf ihn gerichtet waren; nur der Medizinalrath horchte mit dem gespanntesten Interesse der Erzählung.

„Und haben sie ihn gefaßt?“ frug dieser jetzt.

„Gefaßt? ja, das ist eine höchst merkwürdige Geschichte,“ erzählte Berthus weiter, „denn der Bursche hatte die Sache so schlau angefangen, daß er sich in Hoßburg vor Niemand blicken ließ und verschwunden war, ehe man nur das verübte Verbrechen entdeckte.“

„Und die alte Dame war ganz allein gewesen?“ frug der Medizinalrath.

„Ganz allein, — nur ein kleines Hündchen und ein kleines Kind, das einer Putzmacherin, einer Madame Belchamp, gehörte, war gegenwärtig. Das Hündchen trat er todt, aber das Kind ließ er leben, das ihn von da an nur den ‚bösen Mann‘ nannte,“ nickte Berthus — „und hier vorhin zu Tod erschrak, als es sich demselben wieder gegenüberbefand.“

„Hier?“ rief der Medizinalrath und sah den Justizrath bestürzt an. Aber dessen Blicke hafteten auf Berger, hinter dessen Stuhl der Lohndiener stand.

Berger war todtenbleich geworden, — seine linke Hand stützte sich auf den Tisch, als ob er im Begriff wäre aufzuspringen, und wild starrte er in das ihm lächelnd zugedrehte Gesicht des Assessors.

„Merkwürdig, nicht wahr?“ nickte ihm dieser zu — „und halb todt würden Sie sich lachen, Berger, wenn Sie wüßten, wie wir dem Burschen auf die Spur gekommen sind, — denken Sie sich — nur durch ein einfaches Loch in der Hose, das ihm der kleine Hund gerissen, und das eine junge Dame auf der Promenade bemerkt hatte.“

„Also haben Sie ihn gefangen?“ rief der Medizinalrath.

„Fest und sicher,“ lachte Berthus, — „nicht wahr, Berger? eigentlich ein verfluchter Streich, so dicht vor der Reise nach Westindien.“