„Heh?“ rief dieser, — „da habe ich auch einmal gewohnt — und in welchem Haus?“
„Im sogenannten Krüger’schen.“
„Im Krüger’schen Hause? Nro. 17? Alle Teufel, das ist ja das nämliche Haus, wo vor ein paar Monaten der famose Mord verübt wurde, also gerade unter Ihrer Nase, Justizrath, heh? Haben Sie nicht davon gehört, Berger?“
„Ich?“ sagte der junge Mann, während sein Gesicht vielleicht um einen Gedanken röther wurde, „wie sollte ich hier am Rhein davon gehört haben?“
„Nun, alle Zeitungen waren ja voll davon, — bitte, Professor, noch einmal einzuschenken; der Wein ist wirklich kostbar, — alle Zeitungen — war auch eine verfluchte Geschichte. — Denken Sie sich, Berger, da wohnte unten Parterre ein altes reiches Fräulein, — wie hieß sie doch gleich, Justizrath —“
„Redenheim —“
„Ach ja, ganz recht, Redenheim — Fräulein Konstanze, wie sie immer genannt wurde. — Reich war sie dabei, aber geizig wie ein Harpax, die ihr Geld lieber im Kasten schimmeln ließ, als es einem lebenslustigen fidelen Verwandten aufzuhängen, der sie mit Briefen bombardirte —“
„Aber was interessirt uns die Geschichte,“ sagte Berger, der sich umsonst bemühte, sein Unbehagen zu verbergen und gleichgültig zu scheinen.
„Ne, hören Sie nur weiter,“ rief aber Berthus, „können Sie sich denken, wie sich der junge Bursch zu helfen wußte? Auf eine verflucht summarische Weise — er reist einfach hin nach Hoßburg, bittet die Alte nochmals um Geld, und wie sie ihm das wieder verweigert, schlägt er sie ruhig auf den Kopf und nimmt sich, was er braucht.“