„Im ersten Vierteljahr noch nichts. Ich soll auf Probe dienen.“

„Daß der Teufel den verdammten Schulzen hole!“ rief der Bänkelsänger, seine rechte Faust in die linke Hand schlagend, „umsonst sind Die nicht verschwägert zusammen, und in solch einen Hundedienst ohne Lohn schicken sie das Kind!“

„Aber kann ich’s ändern?“ sagte Valerie traurig.

„Nein, Herz“, knurrte der Alte, „wir Beide nicht, oder, Gott straf mich, ich — na ja, das Fluchen hilft auch eben nichts, und die Menschen thun deshalb doch was sie wollen. Na, geh hin; ich würde Dir, wie sie es auf dem Theater machen, meinen Segen geben, aber ich fürchte beinah’, er möchte Dir nicht besonders viel helfen. Uebrigens werd’ ich von Zeit zu Zeit einmal hinüber kommen und nachsehen und vielleicht — holt ja der Teufel auch die Alte bald, daß Du von Deiner Plackerei frei kommst.“

„Aber Herr Brenner —“

„Du hast recht, Schatz“, sagte der Alte mürrisch, „sie hat mir noch nie was zu Leide gethan — na geh, Kind — ich möchte mein “Gemälde„ noch heute fertig bringen, und da muß ich mich dazu halten, sonst werden mir die Klexe trocken“, damit schüttelte er Valerie die Hand, drehte sich um und fiel plötzlich mit so lauter Stimme in eines seiner alten Lieder ein, daß das Kind ordentlich zusammenschrak. Sie wäre auch gleich gegangen, aber sie mußte dem Manne doch noch etwas über ihre Schuld gegen ihn sagen, damit er nicht etwa glaube, daß sie die, mit dem Weggange aus dem Gemeindehause, ebenfalls abschütteln wolle.

„Lieber Herr Brenner“, sagte sie schüchtern — aber der Mann hörte nicht; er sang ruhig weiter.

„Lieber Herr Brenner“, wiederholte sie noch einmal und berührte seinen Arm.

„Ja Kind? — so, Du bist noch da? Willst Du was?“