„Es war ihr einziger Spaziergang viele Jahre lang.“

„Das ist sonderbar; vielleicht eine alte Dienerin des Hauses.“

„Na, so alt war sie gerade noch nicht, aber so was muß es jedenfalls gewesen sein, denn sie starb in großer Armuth, und das Mädchen kam nachher in’s Gemeinde-Haus.“

„Und steht ihr voller Name auf dem Grab?“

„Sicher; sie hat ein Kreuz bekommen so gut wie die Anderen. Was sie hinterließ, reichte gerade aus, um das zu bezahlen.“

„Es war jedenfalls eine der Dienerinnen, die mit seltener Treue an ihrer alten Herrschaft hing. Bitte, zeigt mir einmal das Grab, Freund, damit ich mir den Namen aufschreibe. Ich habe jetzt hier gefunden, was ich suchte, und werde nach einiger Zeit zurückkehren, um meinen Auftrag auszuführen. Kann man jetzt den Schulzen wohl im Ort treffen?“

„Wenn er gerade zu sprechen ist,“ meinte Brenner, „aber in letzter Zeit scheint er selten nüchtern zu werden; er säuft.“

„Das ist ja ein hübsches Orts-Oberhaupt,“ lachte der Offizier.

„Das weiß Gott,“ nickte Brenner, „und mir gefällt er ebenfalls, — aber das hier ist das Grab, schon ein bischen eingesunken und verwachsen, aber lieber Himmel, wer sieht hier danach!“