„Ja, das möcht’ ich Dich fragen, Kind!“ erwiederte der Jäger; „ich gehöre hierher — aber fürcht’ Dich nicht, ich thu’ Dir nichts.“

„Ich fürcht’ mich auch nicht,“ sagte die Maid, aber mit einem ganz eigenen, fremdartigen Dialekt; „ich steh’ überall in Gottes Hand; aber ich hatte den Weg im Wald verloren, und jetzt weiß ich erst wieder, wo ich daheim bin.“

„Wo Du daheim bist?“ rief Bernhard — „aber wo bist Du daheim, Schatz, darf ich’s nicht wissen?“

„Und warum nicht! — im Bau bin ich daheim.“

„Im Bau?“ rief der junge Forstgehülfe erschreckt aus, indem er einen scheuen Blick nach dem Grund hinunter warf, „aus dem Bau kommst Du, Mädel, und dort ist Deine Heimat?“

„Ei gewiß,“ nickte die Maid, „und wer seid Ihr?“

„Der Forstgehülfe Raischbach vom Revier — aber es ist ja doch nicht möglich, daß Du im Bau wohnst — und wohin willst Du jetzt?“

„Wieder heim, da hinab — jetzt ist’s nimmer weit,“ sagte sie und deutete mit der Hand den schmalen Pfad hinab, der in den Grund hinunter führte.

„Du hast mich nur zum Besten, Mädel!“ rief Raischbach, der gar nicht wußte, was er von dem Allen denken sollte — „unten im Bau —“