„Helfen? mit was?“

„Sollen es gleich erfahren. — Aber da kommt der Kaffee — gehen Sie nur langsam voran; ich folge gleich nach.“

Ohlers ließ nicht lange auf sich warten; sobald er die Dienstleute unten wieder beschäftigt sah, stieg er die Treppe hinauf und öffnete leise die Thür des Zimmers, in welchem der Doktor lag.

Es war ein netter, freundlicher Raum — der Wirthin eigenes Schlafgemach, aber der Doktor war noch nicht erwacht. Er schnarchte leise, und Ohlers winkte der Frau, ihn nicht zu stören. Dann ging er in eines der nächsten Zimmer — hatte er sich doch gestern schon vortrefflich orientirt — und bat das auf dem Gang schon wartende Mädchen, das dort stehende Bett mit anzufassen und in das Schlafzimmer des Doktors zu tragen.

„Aber ich bitte Sie um Gotteswillen,“ rief Frau Reuter.

„Bst,“ flüsterte Ohlers wieder mit seinem alten Uebermuth, „verderben Sie uns nicht die ganze Geschichte — es muß sein, um die Täuschung zu vollenden. Nur leise und vorsichtig, denn wenn er aufwacht, ist Alles verdorben.“

Die Beiden trugen jetzt schnell und geräuschlos das Bett in die andere Kammer — aber der Doktor schlief noch fest; er athmete schwer und schien zu träumen, denn er hob einmal den Arm empor, ließ ihn aber wieder sinken, und Ohlers drückte sich rasch der Thüre zu. Der Schläfer erwachte aber noch nicht, und einen flüchtigen Blick im Zimmer umherwerfend ging der Apotheker noch einmal zu dem eben herein geschafften Bett, preßte und schob Decken und Kopfkissen durch einander, als ob Jemand die Nacht darin geschlafen hätte, und der Frau Reuter dann zuwinkend verließ er auf den Zehen das Gemach.

„Und was jetzt?“ frug die Frau, die ihm dort hinaus gefolgt war.

„Jetzt setzen Sie sich ganz ruhig vor Ihre Toilette,“ sagte Ohlers, „und warten bis er aufwacht. Lange kann’s nicht mehr dauern, denn er wird schon unruhig — das Uebrige wissen Sie. Ist er vollkommen munter, so klingeln Sie nur, wir kommen dann herauf, um Sie zu unterstützen.“

„Oh, wenn das gut abläuft,“ seufzte die Frau.