„Bleibt sich das nicht gleich?“

„Hm, ja, aber weshalb willst Du’s nicht sagen?“

„Ich will’s schon sagen, Vater. Es schlug gerade hier drunten in Wellheim zwölf Uhr, als ich die letzten steinernen Stufen hinauf stieg.“

„Und blos um einen Zweig abzuschneiden,“ rief der Vater erbost aus; „es ist wirklich zu toll für ein junges Mädchen, bei Nacht den einsamen, öden Weg zu machen.“

„Ich war nicht allein, Vater,“ sagte Rosel, ohne noch ihren Blick von ihm zu wenden, an dem der seine ebenfalls wie gebannt hing.

„Nicht allein?“ rief der Vater schnell, „und wer war bei Dir?“

„Gott,“ sagte das Mädchen, und ein schwerer Seufzer entrang sich dabei ihrer Brust.

„Schnack,“ rief der Alte unwirsch und blickte scheu zur Seite, „das heißt den Uebermuth auf’s Höchste getrieben, und wie leicht hättest Du ein Unglück nehmen können!“

„Auf der alten Burg, Vater?“ lächelte Rosel, aber die Worte klangen so unheimlich und der Vater, der sich vorgenommen haben mochte, sie tüchtig auszuzanken, wandte seinen Aerger einer anderen Seite zu.