„Mir ist nicht recht wohl, Vater; der Kopf brennt mir so.“

„Ich geh’ gleich wieder fort, aber ich muß Dir etwas sagen.“

Einen Moment war Alles ruhig darin, dann wurde der Riegel zurückgeschoben, und Rosel stand, ihren Vater erwartend, mitten in der Stube.

Sie war völlig angekleidet, hatte auch nicht auf dem Bett gelegen, was vollständig unberührt in dem kleinen Alkoven stand, aber sie sah leichenblaß aus, und die Augen waren ihr noch vom vielen Weinen roth.

Der Vater streckte ihr die Hand entgegen, die sie zögernd nahm, und sagte dann mit weit mehr Herzlichkeit im Ton, als er lange zu ihr gesprochen:

„Was fehlt Dir, Kind? Wenn Du krank bist, weshalb schließt Du Dich ein und lässest nicht Jemanden zu Dir, der Dich pflegen kann?“

„Ich bin nicht krank, Vater.“

„Aber Du sagtest selber, daß Du Kopfschmerzen hättest, und siehst recht blaß und leidend aus. Vielleicht steckt Dir etwas Anderes in den Gliedern, und ich will lieber nach Doctor Bauer hinüberschicken, damit der einmal nachsieht.“

„Nein, Vater,“ sagte das junge Mädchen bestimmt, „das ist nicht nöthig, der Doctor kann mir nicht helfen.“

„Der Doctor kann Dir nicht helfen? — und wer sonst?“