„Wie konnt’ ich? Weiter ein Stück drunten verdecken die Büsche wieder die Aussicht. So weit ich sie sehen konnte, hielten sie die Straße.“
„Bah,“ sagte Franz verächtlich, „wer weiß, welchem armen Handwerksburschen ohne Wanderbuch sie auf der Fährte sind. Uns geniren sie hier nicht.“
„Etwas ist aber im Wind,“ sagte Brendel finster, „und es war vielleicht die höchste Zeit, daß wir an die Arbeit gingen. Was fangen wir aber mit der Presse an? Verstecken wir sie, wie wir’s früher bestimmt?“
„Gewiß,“ sagte Franz, „das Loch dazu ist ja schon lange gegraben und in einer halben Stunde haben wir Alles aus dem Weg.“
„Und der Kasten?“
„Muß mit hinein. Wir dürfen keine Spur zurücklassen. Theile nur indessen die Noten ab, Brendel, damit Jeder seinen Part bei sich verstecken kann. Du, Vater, hilf ihm und ich werde indessen das Grabgeschäft besorgen. Schade um die schöne Presse, sie muß hier total verrosten, doch es läßt sich eben nicht ändern. Fort dürfen wir sie unter keiner Bedingung schaffen, jetzt wenigstens noch nicht. Vielleicht findet sich im Winter und in den langen Nächten einmal Zeit und Gelegenheit dazu.“
Die drei Leute gingen nun rüstig an die Arbeit, denn es galt nur noch die letzten Spuren zu vertilgen, durch welche sie eine Entdeckung fürchten durften, und dann ihren Raub in Sicherheit zu bringen, ehe irgend ein Verdacht auf sie fallen konnte. Die Presse wurde in eine schon bereit gehaltene breite Grube langsam und vorsichtig hineingelassen, und während sich Brendel mit dem alten Jochus daran machte, die schon in Pakete gesonderten Noten in drei Theile zu scheiden und seinen Theil, so gut das eben ging, an seinem Körper zu verbergen, nahm Franz das kurze, schwere Beil und schlug die Beine von dem eichenen Tisch ab, der ihnen bis jetzt als Arbeitstafel gedient und dessen Heraufschaffen ihnen früher die größte Mühe gemacht. Es ging das nicht ohne Lärm ab und Brendel fühlte sich zuletzt durch das Hämmern so beunruhigt, daß er ärgerlich ausrief:
„Zum Teufel auch, ich wollte, Du hättest das alte Ding hier unten ruhig stehen und verfaulen lassen. Und wenn sie ihn einmal fänden, was läge daran?“
„Wenn sie den Tisch fänden, wüßten sie auch, daß noch mehr hier unten versteckt ist,“ sagte Franz störrisch, „aber seid Ihr denn noch nicht mit dem Abzählen fertig?“
„Gewiß, Deine Noten stecken hier in der Ledertasche.“