[37] Badek heißt auf Java eine eigenthümliche Art, weißes Zeug in den verschiedenartigsten Mustern zu drucken und zu färben. Es wird nämlich zu dem Zweck die Zeichnung aus freier Hand mit einer kleinen Kupferröhre, aus der heißes Wachs sickert, auf das Tuch an beiden Seiten aufgetragen und dieses dann erst gefärbt, wonach die Stellen, auf denen kein Wachs liegt, die Farbe annehmen. Bei schwierigen und theuern Mustern geschieht dies mühsame Auftragen der Zeichnung verschiedene Male, um ebensoviele Farben herauszubringen.

[38] In den Javanischen Bergen dient der schilfartige Bambus zu sehr verschiedenartigen Verrichtungen und besonders benutzen die Frauen die stärksten, oft vier bis fünf Zoll im Durchmesser haltenden Stöcke, das Wasser darin zu tragen.

[39] Ein rockähnliches Stück Tuch von vielleicht drei Fuß Breite, unten und oben gleich weit, das über den Hüften eng zusammengezogen und durch einen in das Zeug hineingesteckten knoten gehalten wird. Es wird von beiden Geschlechtern getragen.

[40] Alang Alang, das hohe schilfige Gras, das in der Wildniß fast alle offenen Stellen ausfüllt und der Lieblingsplatz der Raubthiere ist.


Der Khris[41].

Am Kali Besaar[42] in Batavia, dem großen Handels-Viertel des Ostens, wo die Ostindische Maatschappy ihre gewaltigen Niederlagen, und der Batavische Kaufmann sein Comtoir und Waarenlager hat, war heute ein regeres Gedränge als gewöhnlich. Die Menschenströmung, die sonst mehr an beiden Ufern des kleinen Flusses ziemlich gleich vertheilt auf- und abwogte, schien gerade heute auch mehr dem Mittelpunkt der Hauptstraße zuzupressen. Dort hatte sich unter den Bambus Schuppen und zwischen den aufgefahrenen Cabriolets und Cabs der Kaufleute, eine Masse Chinesischer und Javanischer Fruchtverkäufer angesammelt und hielt ihre duftigen saftigen Waaren, vor den glühenden Sonnenstrahlen durch das hölzerne Dach geschützt, feil.

Es war eine Auction in einem der großen, düsteren Gebäude, und zwar nicht von importirten Europäischen Waaren oder veralteten Gütern, oder von inländischen Producten, wie sie die Maatschappy oft hält – oder gar von spanischen Dollarn, wie sie vor noch gar nicht so langer Zeit hier ebenfalls stattgefunden, sondern nur von Naturalien, Waffen, Vogelbälgen, Geräthschaften, Anzügen, Instrumenten etc. etc. der benachbarten Inseln, die den Nachlaß eines verstorbenen Deutschen Naturforschers bildeten, und jetzt hier, da kein Testament über die Sammlung selber disponirte, öffentlich versteigert werden sollten. Alles das, woran ein tüchtiger, wackerer, muthiger Mann seine ganze Lebenszeit gesetzt, es zusammenzubringen und der Nachwelt aufzubewahren, sollte hier, wie das eine Menschenherz zu schlagen aufgehört, in wenig Stunden wieder in alle Winde zerstreut und verworfen werden, und lachend und erzählend, zankend und schreiend, drängten sich indeß die Fremden aus und ein, besahen die Schätze, die ihren Augen preis gegeben waren und die nur Wenige von ihnen zu würdigen wußten, und packten das Gekaufte gleichgültig in ihre Cabriolets, es Abends mit nach Haus zu nehmen.

Hier standen ein Paar Holländer zusammen, die einen Bogen spannten und einen der Pfeile in die Luft hinaufschnellten, zu sehen, wie weit er tragen würde, dort arbeitete sich ein Anderer, mit einem ausgestopften Affen unter dem Arm, aus dem Gedränge, und wurde von seinen Bekannten jubelnd empfangen. Inländische Diener schleppten Lasten von fremdartigen Geräthschaften und Schilden und Speeren heran, Andere trugen Schädel von Tigern und Krokodillen, und an einen Bambusstab geschlungen, den sie auf den Schultern trugen, keuchten zwei Javanen mit einem Elephantenschädel herbei, ihn zum Zierrath in das Landhaus des in Weltevreden oder Kramat wohnenden glücklichen Käufers hinaufzuschaffen.