Toanonga schien mit der Antwort zufrieden, denn er nickte leise vor sich hin.

„Gut,“ sagte er dann, „und wenn wir jetzt so ein paar Kanonen und solch ein großes Schiff hätten, dann könnten wir's bald noch besser bekommen. Wenn Ma Kino mit nach Hapai geht und dort viel Beute macht, kann er sich Frauen nehmen, so viel er will, die Mädchen von Hapai sind jung und schön.“

„Wo, zum Henker! will der Alte hinaus?“ dachte der Schotte. „Hat er doch am Ende Absichten auf das Schiff, und sollen wir ihm die Castanien aus dem Feuer holen? darin irrst du dich aber, mein Bursche, denn was du wegschenkst, ist auch gewöhnlich nicht werth, daß man es aufhebt.“

„Pfeife ist ein guter Bursche,“ sprang da plötzlich Toanonga auf ein anderes Thema über, „und Spund sehr gut, nur ein Bißchen dumm, Jonas nicht viel werth, Schmied gar nicht, und Koch ganz schlechter Kerl – werde ihm noch zwei Frauen geben, wenn er mit denen nicht Frieden hält.“

Mac Kringo lachte, denn er dachte in dem Augenblicke daran, was ihm Jonas gestern Abends erzählt und welche schwere Zeit der arme Legs schon jetzt mit seinen Frauen hatte. Die Gelegenheit war aber auch zu günstig, etwas von Pfeife's Aufenthalt zu erfahren, und er fragte deshalb den Alten, wo er stecke und was er treibe.

„Pfeife,“ sagte Toanonga, der nur die Spitznamen der Matrosen erfahren hatte und sie danach nannte, „Pfeife geht es sehr gut. Braver Papalangi, arbeitet fleißig und macht Segel für die Canoes, und Lemon hilft ihm.“

„Lemon ist bei ihm?“ rief Mac Kringo schnell.

Toanonga antwortete ihm nicht darauf, denn seine Aufmerksamkeit wurde in diesem Augenblicke zu sehr durch den Schooner in Anspruch genommen. Dieser kreuzte jetzt dicht vor den Riffen und hatte gerade das zu ihm ausgekommene Canoe langseit genommen. Mac Kringo lag auch nichts daran, sich jetzt noch länger hier aufzuhalten, denn er wußte Alles, was er wissen wollte, und da Toanonga das Gespräch nicht wieder aufnahm, erhob er sich und verließ langsam, als ob er in den Wald wieder hineinschlendern wollte, den Platz. Sobald er dem Alten übrigens aus Sicht war, eilte er, jeden gebahnten Weg vermeidend, so rasch er konnte, der Landspitze zu, auf der er die Kameraden wußte. Diesen mußte er seine Vermuthungen mittheilen und gemeinschaftlich mit ihnen einen Plan berathen.

3.

Mac Kringo hatte geglaubt, seinen Weg ziemlich unbemerkt verfolgen zu können. Das, sah er bald, war nicht möglich, denn von allen Seiten kamen Insulaner und besonders Frauen herbei, und zwar die letzteren nur aus Neugierde, einen so seltenen Gegenstand, wie ein fremdes Schiff, zu betrachten. Im Anfange suchte er ihnen auszuweichen, da er aber dadurch Verdacht zu erregen fürchtete, folgte er zuletzt dem offenen Fußweg und unterhielt sich mit denen, die ihm begegneten. Allerdings wurde er einige Male gefragt, warum er nicht am Strand bliebe und wohin er wolle; er gab aber ausweichende Antworten und meinte, es würde wohl noch eine Weile dauern, bis die Weißen ans Land kämen, und er könne vielleicht indessen selber einige Yams aus einem dort in der Nähe liegenden und ihm gehörenden Felde holen, um sie nachher gegen Tabak einzutauschen.