Toanonga hörte ihm aufmerksam zu und sagte ihm dann, daß er die nöthigen Befehle dazu geben werde. Damit ließ er den Fremden stehen und wandte sich seinen eigenen Leuten wieder zu, wo bald einer der jungen Bursche, der mit dem Canoe draußen an Bord des Fahrzeugs gewesen war, an seine Seite glitt.
„Nu, Tibi–ano,“ sagte da der Alte, als er weit genug von dem Fremden entfernt war, um nicht von ihm gehört zu werden, „wie viel Weiße sind draußen auf dem großen Canoe?“
„Noch fünf, Toanonga;“ lautete die Antwort, „außer dem hier und noch drei Kanakas. Der hier Capitain.“
„Ah, vortrefflich!“ nickte Toanonga, „sehr gut das! und haben sie Kanonen?“
„Zwei; nicht sehr große.“
Der alte Häuptling schmunzelte vergnügt vor sich hin, und warf dabei vorsichtig den Blick umher, sich zu überzeugen, ob seine Anordnungen ausgeführt würden. Neben dem Schiffsboot standen zwei der Egis und sechs oder acht andere Insulaner, während die Kanakas, von einem der Monui-Leute geführt, zu einer kleinen Gruppe von Cocospalmen gegangen waren, dort eine Anzahl Nüsse herunter zu werfen. Der Capitain des Schooners stand neben Spund, der ihm gerade Bericht über den Untergang der Lucy Walker abstattete.
Eben jetzt kam Mac Kringo aus dem nächsten Pandanus-Dickicht und ging auf den Capitain zu. Zu seinem Erstaunen sah er aber, daß nicht allein eine Menge Indianer bewaffnet waren, sondern ein Theil von ihnen sogar im Dickicht versteckt blieb. Mit den Sitten der Insulaner bekannt, zweifelte er keinen Augenblick daran, daß sie irgend etwas Böses gegen die Fremden beabsichtigen, und je eher er deshalb den Bedrohten warnen konnte, desto besser.
Der Fremde war indessen mit Spund in ziemlich lebhaftem Gespräch schräg an der Corallenbank hinausgeschritten. Toanonga hatte ihm eben gewinkt, zu ihm zu kommen. Dort aber, wo der Corallensand aufhörte und der Fruchtboden begann, stand ein kleiner Streifen von Casuarinen mit ein paar Pandanus-Bäumen und einem Unterwuchs von einzelnen niederen Büschen. Im Schatten derselben lagen etwa acht oder neun Insulaner. So wie jedoch der Capitain an ihnen vorüberschritt und hinter dem kleinen Buschstreifen vom Bord seines eigenen Schiffes aus nicht mehr gesehen werden konnte, sprangen diese plötzlich empor und warfen sich auf ihn.
Überrascht wie er war, gelang es dabei Zweien, sich seines linken Armes zu bemächtigen, aber sicher zu ihrem Schaden, denn mit dem rechten schlug er sie mit zwei rasch geführten Stößen, auch schon im nächsten Augenblick bewußtlos zu Boden. Die Überzahl war jedoch zu groß; ehe er sich gegen die Anderen wenden konnte, hingen diese überall um ihn her, und trotz seinem wüthenden Sträuben fand er sich bald gebunden und in der Gewalt der Feinde.
Spund war ein höchst überraschter Zeuge des Ganzen gewesen, und Alles so schnell gekommen, daß er wirklich gar nicht einmal daran dachte, dem Landsmann beizustehen.