Mac Kringo, der ebenfalls in der Nähe war, hatte allerdings etwas Ähnliches gefürchtet, aber er übersah auch mit einem Blick, daß sie hier mit Gewalt gegen die Übermacht der Eingeborenen nichts ausrichten konnten und verhielt sich deshalb gleichfalls ganz ruhig.

„Hallo, ihr Halunken!“ schrie dabei der Engländer in der Tonga-Sprache, „ist das eure Gastfreundschaft, mit der ihr einen Fremden bewillkommt, und ihm vorher euer verrätherisches chio do fa entgegen ruft? und ihr da,“ wandte er sich gegen die Weißen, als er Mac Kringo gerade erblickte, „zwei Engländer und lassen mich hier von den verdammten Rothfellen mißhandeln? Ihr seid schöne Canaillen! hätte ich nur Einen von meinen weißen Leuten hier an Land, ein ganzes Schock dieser braunen Schufte wäre mir nicht zu nahe gekommen.“

Die Kanakas hatten allerdings ihrem Capitain im Anfang zu Hülfe springen wollen, da sie aber von allen Seiten kriegerische und bewehrte Gestalten auftauchen sahen, wichen sie scheu zurück, es ihrem Führer überlassend, sich allein aus dieser Verlegenheit heraus zu arbeiten.

Vollkommen ruhig bei diesem plötzlich hereingebrochenen Kampfe war Toanonga geblieben, der nun erst, als er den Weißen gebunden und unschädlich gemacht sah, zu ihm trat.

„Ist das die Freundschaft, die du mir durch dein Canoe hast anbieten lassen, wortbrüchiger Häuptling?“ rief ihm der gereizte Engländer entgegen.

„Ruhig, mein Freund!“ suchte ihn indessen Toanonga zu beschwichtigen. „Du bist jetzt in unserer Gewalt, und es ist außerordentlich leichtsinnig von dir, durch nutzloses Schimpfen einen mächtigeren Feind zu reizen. Wenn wir dir hätten ein Leids zufügen wollen, so brauchten wir dir nur den Schädel einzuschlagen, und die Sache wäre abgemacht gewesen. Wenn du dich aber ruhig verhältst und das thust, was wir von dir verlangen, so hast du nicht allein für dich oder die Deinen nichts zu fürchten, sondern kannst auch nach einiger Zeit deine Reise ungehindert fortsetzen.“

„Und was verlangst du von mir?“ fragte der Fremde. „Wenn es etwas ist, das ich erfüllen kann, wär' es doch wohl vernünftiger gewesen, mich auf andere Weise darum zu fragen, als so über mich herzufallen!“

„Daß du es erfüllen kannst, wußte ich vorher,“ erwiderte vorsichtig Toanonga, „nur darauf kam es an, ob du es erfüllen wolltest, und ich hielt es deshalb für besser, mir eben diesen guten Willen vorher zu sichern.“

„Eine verdammt schöne Art!“ fluchte der Capitain, „wenn du dich nur nicht darin geirrt hast!“

„Ich glaube kaum,“ sagte vollkommen gleichmüthig der Häuptling. „Wie heißest du?“