Der Kampf bot indessen insofern weit mehr Interesse für die meisten, da ziemlich bedeutende Wetten eingegangen waren, und wer auch nicht selber mitgewettet hatte, sich doch sicher für den einen oder anderen der Wettenden so viel interessirte, daß er seine unmittelbare Gegenwart im innersten Ring für unumgänglich nöthig erachtete, und dadurch natürlich zur Vergrößerung des Lärmens und der Verwirrung sein möglichstes mit beitrug.

Der Sieg entschied sich endlich für den Jüngeren der beiden Kämpfer, der Alte wurde mit blau geschlagenen Augen und mit Blut bedeckt, fortgeschleppt, und die Polizeidiener, die während der ganzen Zeit mit zu den aufmerksamsten Zuschauern gehört hatten, machten jetzt, da die ganze Sache vorbei war, Miene, die beiden Kämpfer und einige der dabei am thätigsten gewesenen Personen zu arretiren. Die allgemeine Stimme war aber gegen sie, und sie hielten es wahrscheinlich für besser, am heiligen Sonntag, wo so schon Scandal genug gewesen war, nicht selber noch größeren anzufangen. Da doch nichts mehr zu sehen war, zogen sie ruhig ihrer Wege.

Der Scandal war aber mit dem Schluß des Hauptkampfes keineswegs beendet, sondern wucherte jetzt erst, da die Wetten eingefordert und bestritten wurden, nach allen Seiten hinaus, daß es ordentlich eine Lust und Freude war; dabei entwickelte sich eine Eigenschaft, die man hier oben gar nicht für möglich gehalten hätte, da scheinbar alle Mittel dazu fehlten sie hervorzurufen. Es zeigten sich nämlich, und je später es am Tage wurde desto häufiger, Betrunkene. Hie und da tauchten Flaschen auf, und wenn auch ein Uneingeweihter nirgends ein Local sehen oder finden konnte, wo derlei spirituöse Getränke öffentlich verkauft wurden, so mußten doch solche Plätze bestehen, und die »öffentliche« Meinung unterstützte sie »heimlich.«

Der Nachmittag brachte manche ärgerliche Scene, und Hall schwor, er hätte es in Californien, wo zwanzig Schenkzelte zu gleicher Zeit offen gewesen, nicht schlimmer und ärger gesehen.

Nachmittags hatte auch gepredigt werden sollen, daran war aber gar nicht zu denken.

Mitten in dem tollen Gewirr und Spectakel lief zu gleicher Zeit ein dumpfes Gerücht um, daß, gar nicht so weit entfernt, neue Minen entdeckt wären, die fabelhaft reichhaltig sein sollten. Niemand wußte noch irgend etwas Genaueres darüber anzugeben, nur das erzählte man sich, Hargreaves, der erste Entdecker der Bathurst-Minen, habe sie aufgefunden und das Gold liege dort in »Nuggets« an der Oberfläche.

Die Nacht goß es in Strömen von dem dicht und rabenschwarz überzogenen Himmel nieder. Wohl denen, die Zelte hatten, sie konnten sich in ihren trockenen warmen Decken nur etwas fester einrollen, und das Vorüberziehen des Unwetters abwarten. Wie mancher arme Wanderer mußte aber diese stürmische Nacht im Freien zubringen, und Kälte und Nässe nehmen, wie es ihn gerade überkam. Mancher verwünschte in der Nacht die Minen mit sammt dem Golde und, daß er beides im ganzen Leben nicht zu sehen bekommen hätte.

5.
Was für Geschäfte Jack und seine Nachbarn machten.

Am Montag fingen unsere beiden Freunde nun richtig an zu graben, und wurden hierzu besonders von einer anderen Partei, die dicht neben ihnen arbeitete und aus drei Mann bestand, aufgemuntert. Diese versicherten sie, daß sie viel Gold da fänden und sie sollten nur den Muth nicht verlieren, wenn es sich vielleicht im Anfang nicht gleich so gut anließe, wie man erwartet hatte. In dem ersten Loch, was sie gruben, fanden sie auch wirklich nicht viel, das zweite, dicht daneben, bezahlte sich aber schon besser und sie schafften unermüdet darauf los.

So wie sie das Loch zusammen hinunter gegraben hatten und auf die Erde gekommen waren, die sie als reich genug erprobt, gewaschen zu werden, dann ging der Alte an die Maschine und wusch, und Jack schlug inwendig die Erde los und trug sie ihm zu. Ihre Arbeit wäre, da die Erde etwa fünfzehn Schritt zu tragen war, mit drei Mann wohl leichter gewesen, dann hätten sie aber auch den Ertrag mit so vielen mehr theilen müssen und sie behalfen sich deshalb lieber so.