»Alle?« rief Mulligan erstaunt aus.

»Alle mit einander – d. h. fünf und den Matrosen, der noch bei Euch war – ich weiß nicht, ob noch mehr im Busch herum liegen.«

»Nicht mehr wie die,« sagte kopfschüttelnd der Sträfling, »es müßten denn ganz kürzlich frische herüber gekommen sein, die ich noch nicht gesehen hätte.«

»Also habt Ihr mir weiter nichts zu sagen,« frug jetzt Tolmer, indem er die Pfeife in die Hand nahm, als ob er das Zeichen geben wolle, »und kann ich meine Leute jetzt rufen?«

»Nichts weiter, Mr. Tolmer,« sagte Mulligan fast demüthig, »aber Sie werden mir bezeugen, daß ich nicht das geringste Böse gegen Sie im Sinne gehabt.«

»Darauf gebe ich Euch mein Wort,« versprach ihm der Polizeimann, indem er jetzt langsam den Arm nach dem Gewehr ausstreckte und es an sich nahm. Ein Blick auf das Schloß versicherte ihn, daß die Zündhütchen noch darauf und zum Gebrauch bereit seien, und jetzt erst, als er ein paar Schritte von dem Flüchtling sich entfernte und das Gewehr gegen ihn hielt, war es, als ob eine Centnerlast von seinem Herzen gewälzt wäre. Er holte aus voller Brust Athem und sagte dann, während ihn Mulligan erstaunt betrachtete:

»Jetzt seid so gut, Mate, und geht einmal dort in die Ecke des Hauses – dort hinüber, meine ich, ein Stück von der Thür fort.«

Der Buschrähndscher zögerte – eine Ahnung, daß er sich habe überlisten lassen, schien in ihm aufzusteigen.

»Geht dort in die Ecke, John,« sagte Tolmer, aber mit fester Stimme, »ich möchte Euch nicht gern ein Leides thun, aber ich muß es, wenn Ihr die geringste Bewegung zur Flucht oder zum Widerstande macht.«

»Teufel,« zischte der Buschrähndscher leise vor sich hin, »so war das Alles nicht wahr, was Ihr mir da gesagt?«