»So?« lachte Gentleman John, der Anführer der Schaar, »nun davon nachher. – Jetzt Ihr da, Kamerad, mit dem traurigen Aussehen und dem geflickten Kittel. Hinunter mit Euch, habt Ihr mich verstanden?

« »Ach, gnädigster Herr Buschrähndscher.« winselte der arme Teufel, indem er wie eine Schlange zwischen dem Kutscher und Squatter hindurch über den Rücksitz des Bocks hinweg und hinten hinunterglitt: »ich habe ja Nichts als mein elendes erbärmliches Leben, und wenn Sie nur so äußerst gnädig sein wollten und mir –«

»Stopf dem Burschen einmal das Maul, Bob, wenn er nicht von selber ruhig ist,« rief Gentleman John ruhig vom Bock nieder, und Mr. Moses sah kaum die furchtbare Muskete auf sich gerichtet, als er auch winselnd und erschreckt in die Knie sank und keinen Laut weiter über die Lippen brachte.

»Jetzt hierher, zwei von Euch!« rief da der Befehl des Anführers wieder Einige der Schaar zu dem Wagen, auf dem Gentleman John noch immer neben dem Kutscher den bewaffneten Squatter mit der gespannten Pistole bedrohte. »Nehmt dem Herrn hier doch einmal die schweren Waffen ab und bringt sie in Sicherheit. – Laßt geschehen, Freund, was Ihr nicht hindern könnt, denn der geringste Widerstand – halt – bemüht Euch nicht selber – so, Rothkopf, wenn Du genöthigt sein solltest, auf den Herrn zu schießen, so tritt ein wenig bei Seite, daß ich nicht auch einen Theil der Ladung bekomme. Nehmt das Gewehr hinunter, und nun die Pistolen. Auch den Gürtel schnallt ab, an dem das Messer sitzt, eine vortreffliche Waffe, wie es scheint, die ich für mich selber zum Andenken behalten werde. So, meine werthgeschätzten Herren, und nun, Mates, bindet ihm doch einmal die Hände auf den Rücken, daß wir vorläufig keine weiteren Umstände mit ihm haben.«

»Was wollt Ihr noch mehr von mir?« rief der Squatter bei diesen Worten entrüstet, »ich habe alle meine Waffen abgegeben.«

»Nur ruhig, Kamerad, nur ruhig. Das Andere wird sich weiter finden,« sagte Gentleman John mit freundlichem Kopfnicken. »Euch vor allen Dingen müssen wir sicher haben. Die andern Herren sind klug genug, sich auch ohne das unseren Wünschen geduldig zu fügen.«

Der Squatter, von mehreren Seiten dabei durch auf ihn gerichtete Gewehre bedroht, mußte vom Wagen hinunter, wo ihn einige von der Bande in Empfang nahmen, und ihm die Ellbogen auf dem Rücken zusammenschnürten, und Bill, dem Kutscher, wurde dann ebenfalls bedeutet, seinen Bock zu verlassen.

Gentleman John übernahm jetzt, als er sämmtliche Passagiere unter sicherer Aufsicht sah, die Visitation oder vielmehr die Plünderung der Ueberfallenen, und begann dabei mit dem Squatter, dem er eine stark gefüllte Brieftasche und eine wohlgespickte Börse, ohne den Inhalt für jetzt weiter eines Blickes zu würdigen, abnahm.

Nach ihm kam Mr. Moses an die Reihe, der sich unter winselnden Betheuerungen hoch und heilig verschwur, der ärmste Mensch unter der Sonne zu sein, und bereitwillig dabei selber seine Taschen umdrehte, aus denen nur einige Schillinge und etwas Kupfergeld zur Erde fielen.

»Das ist freilich wenig,« sagte mit bedauerlichem Achselzucken sein früherer Reisegefährte, »wer aber so bereitwillig Alles hergiebt, was er hat, verdient auch dafür Belohnung. Hier, Rothkopf, zieht doch einmal dem Kutscher seine Strümpfe und Schuhe und Hosen und Kleider aus. Er mag mit Mr. Moses tauschen.«