»Gott der Gerechte soll mich bewahren, daß ich dem Manne seine warmen Kleider nähme,« rief aber Moses, indem er bleich vor Schreck wurde, »bin ich doch zufrieden mit dem, was ich habe.«
»Nein, nein,« lachte Gentleman John, »wir wissen besser, was sich schickt – heda, helft ihm doch bei seiner Toilette. Zum Teufel auch, Jungen, seid doch ein wenig galant und unterstützt unsere Gäste.«
Moses wollte sich noch länger sträuben, aber es half ihm nichts. Ein paar der Buschrähndscher sprangen zu, und während ihn Einer hielt, zog ihm ein Anderer die Schuhe und Strümpfe aus, aus welchen Letzteren bald verschiedene kleine Päckchen von Banknoten zum Vorschein kamen.
Der arme Teufel schrie und tobte, und verlangte Hülfe von den andern Passagieren, aber es half ihm Niemand. Jede Naht, jede Falte, jedes Stückchen Unterfutter der zerlumpten Kleider wurde unter dem Jubeln der Räuber auf das Sorgfältigste untersucht, und die Beute zeigte sich weit reichlicher, als selbst Gentleman John erwartetet hatte. Moses bekam dann die guten warmen Sachen des Kutschers, während dieser, trotz all seinem Fluchen und Schwören in die Lumpen des Israeliten hinein mußte.
»Nun, mein bester Herr Warrel,« wandte sich jetzt der kecke Buschrähndscher an den seine Zeit in voller Gemüthsruhe erwartenden Kaufmann, »haben wir Beide ein kleines Geschäft mit einander, das wir hoffentlich zu beiderseitiger Zufriedenheit rasch beenden werden.«
»Sie wünschen?« sagte dieser verbindlich, indem er mit einem kaum bemerkbaren Lächeln um die Lippen Miene machte, die Uhr aus der Tasche zu ziehen.
»Bitte, bemühen Sie sich nicht,« lachte aber Gentleman John, indem er abwehrend die Hand gegen ihn ausstreckte. »Ich kenne den Werth Ihrer Kleinodien zu genau, um Sie derselben zu berauben. Auch das wenige Geld, was Sie bei sich haben, werden Sie zur Fortsetzung Ihrer Reise nothwendig brauchen. Dafür erlauben Sie mir aber, Ihnen einen Wechsel auf fünfhundert Pfund Sterling vorzulegen, den ich Sie bitten werde zu unterzeichnen. Daß er seinen Bestimmungsort erreicht, ehe Sie selber im Stande sind, dorthin Gegenbefehl zu schicken, mag dann meine Sorge sein.«
Mr. Warrel biß sich auf die Lippen, aber er wußte auch recht gut, daß er gezwungen war, zu gehorchen, und erwiderte trocken:
»Es bleibt mir nichts übrig, als Ihnen zu danken, daß Sie nicht eben so viele Tausende verlangen, und ich freue mich, so wohlfeilen Kaufs davon zu kommen. Wahrscheinlich haben Sie doch den Wechsel bei der Hand.«
»Jedenfalls finden wir einen unausgefüllten in Ihrem Taschenbuch,« sagte Gentleman John, in derlei Geschäften viel zu erfahren, irgend einen Mißgriff zu machen, »und an derselben Stelle auch vielleicht Ihre Unterschrift zum Vergleich. Dürfte ich Sie darum ersuchen?«