»Nun, ich weiß doch nicht, ob ich der Hoffnung gerade beistimmen soll,« meinte der Kaufmann; »aber dürfen wir jetzt unsern Weg fortsetzen? Ich glaube nicht, daß sonst noch etwas –«
»Nur noch einen Augenblick,« unterbrach ihn Gentleman John, »bis ich die Briefbeutel revidirt habe. Gebt mir einmal den Schlüssel zum Kasten, Bill – ja so, der steckt wohl in den Kleidern, die jetzt Mr. Moses gehören. Dürfte ich Sie wohl einmal darum bitten, verehrter Herr?«
Der Schlüssel fand sich übrigens nicht, wenigstens nicht so rasch, als es der Buschrähndscher wünschte, und der Kasten wurde deshalb ohne Weiteres erbrochen, der lederne Briefbeutel aufgeschnitten, und Gentleman John war wohl eine Stunde damit emsig beschäftigt, die verschiedenen Briefe und Packete zu erbrechen und nach Geld zu durchsuchen.
Diese Ernte fiel über Erwarten günstig aus. So, als Gentleman John Alles hatte, was er wünschte, stopfte er die mißhandelten Briefe wieder ziemlich rücksichtslos in den zerschnittenen Beutel zurück, hing sich die Doppelflinte des Squattes mit dessen Pulverhorn und Kugeltasche um und sagte:
»Nun, Bill, habe ich Nichts dagegen, wenn Du versuchst, die nächste Station so rasch als möglich zu erreichen. Es wird sich freilich nicht sehr bequem in den nassen Wegen gehen.«
»Aber die Pferde, Sir!«
»Thut mir leid, Mate, die brauche ich selber viel zu nothwendig,« lautete die Antwort des Buschrähndschers, »als daß ich ein so treffliches Paar verschenken könnte. Ihr müßt Euch bis auf die nächste Station schon so behelfen.«
»Wir sollen gehen?« rief Mr. Warrel erschreckt.
»Thut mir wirklich leid, Ihnen die Unbequemlichkeit für die kurze Strecke zu machen,« sagte John, »aber es läßt sich nicht ändern. Sie werden auch wahrscheinlich auf der nächsten Station etwas länger als gewöhnlich auf die Pferde warten müssen, da ich sie ebenfalls für meine Leute nothwendig brauche. – So leben Sie denn wohl, meine Herrschaften, mein Freund hier, unser Squatter, wird die Güte haben, uns noch eine Strecke zu begleiten und unser Gepäck zu tragen – kein Wort der Widerrede, Sir, es wird für Sie das nächste Mal eine Warnung sein, sich mit höchst unnöthigen und gefährlichen Schießwaffen zu versehen. Und Ihr, Bill, ich hoffe, Ihr denkt billig genug, Mr. Moses nicht zu einem abermaligen Tausch zu zwingen.«
»Ich will verdammt sein –«