»Mr. Rodwell!« rief eine feine Stimme hinter einem dicht vor ihm hinschreitenden Manne her, der ein langes Teleskop umgehängt, sich nach dem Rufe umdrehte. Es war eine hohe, männliche Gestalt, mit blondem, gelocktem Haar, blauen Augen und unendlich gutmüthigen, offenen Zügen. Als Tolmer an ihm vorüberschritt, hatte ihn der kleine, ihm nachgelaufene Bursch erreicht und brachte ihm eine Cigarrentasche, die er im Hotel hatte liegen lassen. Rodwell dankte ihm lächelnd und gab dem darüber sehr vergnügten Burschen eine kleine Münze, steckte die Tasche ein und verfolgte seinen Weg.
Rodwell hieß, wie Tolmer sich recht gut gemerkt, der Mann auf der Känguruh-Insel, dem das freundliche Haus und die schöne Frau gehörte, und er beschloß, Näheres von ihm und seinen nächsten Plänen zu hören, ehe er ihn wieder aus den Augen ließ.
Rodwell blieb endlich dicht an einer der schmalen Landungstreppen stehen, und der Polizeibeamte sah, daß ein Boot mit zusammengerolltem Segel und eingelegten Rudern dort augenscheinlich auf ihn zu warten schien.
»Guter Wind heute für eine Spazierfahrt, Sir,« redete er denn auch ohne Weiteres den Fremden an, »muß sich prachtvoll draußen segeln bei der Brise.«
»Denke ja,« erwiderte Rodwell, sich lächelnd zu ihm wendend, »aber ich will nicht spazieren fahren, sondern ich kehre nach Haus zurück.«
»Ah so, – haben wohl Ihre Station hier irgendwo an der Küste.«
»Auf Känguruh-Eiland.«
»Ah, da drüben – ist ein famoser Platz – war auch vor kurzer Zeit in Geschäften dort, und bin ebenfalls wieder im Begriff hinüber zu fahren.«
»In der That? dann können wir vielleicht zusammen segeln,« lachte Rodwell, »aber – mein kleines Boot ist ein Klipper und springt bei einer frischen Brise nur so über das Wasser hin. Nicht alle Boote können Schritt mit ihm halten.«
»Hm,« sagte Tolmer, dem auf einmal ein neuer Gedanke durchs Hirn zuckte, »ich wollte nur, ich hätte ein Boot, mit Euch wett zu fahren, aber ich weiß noch nicht einmal, wie ich hinüber kommen soll. Bin eben nur an das Werft hier herunter gegangen, zu sehen, ob ich mir irgend ein kleines Fahrzeug miethen könnte. Die Leute wissen aber wahrhaftig gar nicht, was sie fordern sollen, und liegen lieber müßig am Strand, ehe sie einen armen Teufel für einen mäßigen Preis hinüberschafften.«