»Und wie viele sind es wohl, Eurer Meinung nach, die sich hier in der Gegend umhertreiben?« frug Tolmer.

»Gott weiß es,« erwiderte der Alte, »etwas Genaues erfuhr man ja außerdem nie über sie, und weiß nicht einmal, wo auf der Insel herum sie überall ihre Verbündeten und Hülfe haben. Zwölf aber, dächt' ich, wären es gewiß – eher mehr als weniger.«

»Und ihr Hauptversteck?«

»Ist hier am Torrensberg, ganz in der Nähe. Etwa eine halbe Stunde von hier kommt Ihr zu einer kleinen Schlucht, an der unten, dicht am Pfad, eine einzelne Casuarine[10] steht. Drückt Euch dort so rasch als möglich vorbei, denn in der Schlucht hinauf, nicht viele hundert Schritte vom Pfad entfernt, steht schon eine einzelne Rindenhütte, und eine kleine Strecke weiter oben ist das Lager. Ich bin dort einmal aus Versehen hingekommen, weil ich ein weggelaufenes Pferd suchte, und fand da die ganze Gesellschaft zusammen.«

»Die Buschrähndscher?« rief Tolmer rasch.

»Pst –« sagte der Alte, sich vorsichtig dabei umsehend, »es ist gar nicht nöthig, den Namen hier so laut in den Busch hineinzuschreien. – Sie ließen mich allerdings ungehindert ziehen, gaben mir aber doch zu verstehen, es wäre ihnen lieb, wenn keine Pferde hier nach dieser Richtung wieder in den Busch liefen. Natürlich verstand ich, was sie damit meinten, und habe mich seit der Zeit sorgfältig gehütet, noch einmal in ihre Nähe zu kommen.«

»Und wielange ist das her?«

»Etwa vierzehn Tage.«

»Dann wundert es mich nur, daß die an Cap Borda nichts von solcher Nachbarschaft wußten.«

»Habt Ihr sie darum gefragt?«