»Ich würde ihnen einen Frack machen lassen,« sagte Rothkopf, indem er sein Messer aus der Scheide zog, und die um ihn her liegenden Gumblätter damit anspießte.
Gentleman John antwortete nicht darauf, wählte sich noch drei der bestaussehenden Individuen – und die Wahl wurde ihm wirklich dabei schwer – zu seinen Begleitern, und gab den Uebrigen dann noch einige gleichgültige Befehle, wie sie sich hier in der kurzen Zeit ihres Aufenthaltes zu betragen hätten, die Aufmerksamkeit der benachbarten Stationshalter nicht zu sehr auf sich zu ziehen.
»Und wie weit seid Ihr mit Euerem Schiff?« frug da Rothkopf, als sich Jener zum Aufbruch rüstete.
»Wie uns Hennigs heute gemeldet,« lautete die Antwort, »ist es an seinem Ankerplatz eingetroffen. Die nöthigen Provisionen können recht gut in drei Tagen herbei und an Bord geschafft werden – vielleicht noch früher, wenn mein Freund Bloome –« er sprach die Worte mit einem hämischen Lächeln – »die mir gegebenen Versprechungen alle gehalten. Nur das Einnehmen des nöthigen Wassers wird uns noch aufhalten. Wir müssen wenigstens genug davon an Bord haben, eine der Südseeinseln zu erreichen.«
»Und Munition?«
»Damit sieht's freilich bös aus,« erwiderte Gentleman John, »denn um keinen Verdacht zu erregen, durfte ich nicht solche Aufträge dafür geben, als ich sonst gewünscht, doch denk' ich, haben wir genug.«
»Genug an Bord,« rief Rothkopf, »das kann ich mir etwa denken, aber nicht hier in den Bergen. Wir Alle sitzen hier mit kaum genug Pulver und Blei, unsere Gewehre noch einmal zu laden, wenn wir sie abschießen, und würden wir jetzt von drei Polizeisoldaten mit Musketen angefallen, wären wir verloren. Aus der Gefahr mach' ich mir nichts; ich denke das habe ich bewiesen; aber ich muß wenigstens eine Waffe haben, mich zu vertheidigen, und so wie jetzt bleib' ich keinen Tag länger in den Bergen, und wenn ich die nächste Station plündern müßte, mir Pulver und Blei zu verschaffen.«
»Das ist nicht rathsam,« entgegnete aber John, »und würde uns die Leute vor der Zeit auf den Hals setzen. Doch dem soll abgeholfen werden. Kommt morgen früh mit Tagesanbruch an die leere Rindenhütte, die gleich dort drüben an der Grasbaum-Ebene steht, Rothkopf, und ich will Euch selber genug Munition für alle Fälle bringen. Seid Ihr das zufrieden?«
»Meinetwegen,« brummte der Lieutenant, »wenn ich nur wieder Futter für meine Flinte bekomme. Die Wallobis tanzen Einem ja jetzt ungestraft auf der Nase herum.«
»Gut denn,« sagte der Führer, »also morgen früh an der Rindenhütte. Und nun lebt wohl. Ich muß heut Abend noch vor Dunkelwerden am Cap Borda sein. Zur bestimmten Zeit schick' ich Euch Broadley, und folgt dem so rasch Ihr irgend könnt.«