Die jungen Leute trabten nebeneinander die Straße hinab. Jenkins aber gab dabei dem früheren Kampfgenossen in flüchtigen Umrissen ein Bild der am Fourche-la-Fave vorgefallenen Gräuelthaten, die ihn selber wie seinen Begleiter so nahe getroffen hatten, daß sie sich Beide aufgemacht, um Wald und Wildniß nach dem Uebelthäter abzusuchen.
»Und Ihr glaubt, daß Rawlins jener Mörder sei?« rief Peters entsetzt.
»Ich glaube es,« sagte Jenkins bestimmt. »Ist er es aber, dann kann er uns jetzt nicht mehr entgehen, und ist er es nicht, nun dann darf er sich auch nicht darüber beleidigt fühlen, daß ihn Jemand, im raschen Vorbeireiten, für einen Anderen gehalten.«
»Und wenn das jener Hendricks wirklich ist,« rief da Peters, fast wie erschreckt sein Pferd einzügelnd – »wäre es denn da nicht möglich, daß er selber mit jener Bande in Verbindung stünde, die hier bis jetzt ihr Unwesen in der Gegend getrieben?«
»Vorwärts, Kamerad, vorwärts!« drängte aber John – »wir dürfen keinen Augenblick verlieren, denn wenn der Bursche uns erkannt hat, läßt er sicher kein Gras unter seinen Hufen wachsen. Gewiß ist es möglich, und sollte mich nicht wundern, wenn er der Führer und Leiter der ganzen Bande wäre. Aber wohin reiten wir? Hier haben wir drei Straßen vor uns und der Boden ist ringsumher von Hufen zerstampft. So rasch kann er doch nicht geflohen sein.«
»Dort links ist die Wohnung seiner Braut, der er jedenfalls zuritt,« sagte Peters. »Er selber hat sein Haus am andern Ende der Stadt, aber hierher zu schlug er die Richtung ein.«
»Ich sehe nirgends ein Pferd angebunden. Wir hätten gleich sein eigenes Haus besetzen sollen.«
»Er wird es hineingeführt haben – er ist ja dort ebenfalls zu Haus.«
»Dann gnade Gott dem Elenden,« sagte Jim, seinem Pferd nun fester die Sporen gebend, und jetzt wurde zwischen den Männern kein Wort weiter gewechselt, bis sie die kleine freundliche Wohnung – jetzt freilich ein Haus der Trauer – erreichten, aber der Gesuchte war nicht dort.
Peters sprang augenblicklich vom Pferd, um sich nach ihm zu erkundigen, der zwölfjährige Bruder Catharinens versicherte ihn aber, Mr. Rawlins nicht gesehen zu haben, seit er vor einigen Tagen mit den anderen Männern in den Wald gegangen sei. Keinenfalls wäre er eben hier gewesen, denn er selber habe schon seit einer Stunde fast hier an der Thür gestanden und Mais auf der kleinen Mühle gemahlen.