Seine Waffen nahmen sie ebenfalls und verließen dann nach Sonnenaufgang den schauerlichen Richtplatz, um ihren Weg vor der Hand nach Blumenthal zurückzusuchen – möglich daß sie, in den bei ihm gefundenen Gegenständen, Beweise seines mörderischen Wirkens hatten.

Aber es bedurfte deren nicht mehr. Als sie nach zwei Tagen, die sie gebraucht, um ihre Pferde wieder aufzusuchen, den kleinen Ort erreichten, hatte man schon, auf Peters Veranlassung, Hendrick's verlassene Wohnung untersucht und die zweifellosesten Beweise gefunden, daß er an allen kürzlich dort verübten Morden wenigstens betheiligt gewesen, wenn er sie nicht am Ende gar allein ausgeführt hatte.

Das noch eingenähte Geld hatte übrigens dem alten Fischer gehört, und Catharina selber das Päckchen für ihn zurecht gemacht – ebenso war eine der Uhren die seinige gewesen, wie sich auch sein Trauring unter den Sachen fand.

Was nicht reclamirt wurde, nahmen Jim und John auf ihrem Rückweg nach dem Fourche-la-Fave mit – es war ihr wohlerworbenes Eigenthum, so lange sie nicht die früheren Besitzer auffanden, – aber Jim litt es nicht lange in der alten Heimath, die zur viel der schmerzlichen Erinnerungen für ihn trug. Auch John zog von dem alten Platz weg, aber nur in ein anderes County über den Arkansas hinüber und Jim, nachdem er noch Johns Heirath mit seiner Schwester beigewohnt, setzte sich auf ein, seinen Bruder Bill auf ein anderes Pferd, und ritt zurück nach Texas, nach der kleinen, abgeschiedenen Colonie Blumenthal, in welcher er gesonnen war, sich häuslich niederzulassen.

Am Fourche-la-Fave herrschte von da an Frieden – aber der Frieden des Grabes. Die Jay-hawkers waren allerdings theils ausgerottet, theils vertrieben und die Anwohner des kleinen Stromes brauchten keine Meuchelmörder mehr zu fürchten: aber wie viele, wie entsetzlich viele sonst so friedliche Hütten, die glückliche brave Menschen und Familien bargen, lagen verwüstet, zerstört, eingeäschert. Rings umher der Wald war wild aufgewachsen und dornige Schlingpflanzen überwucherten die früheren Spielplätze des jungen Volkes.

Krieg und Mord hatten dem armen Land ihr Brandmal aufgedrückt; die wenigen Hinterbliebenen, ihre Ernährer und ihren ganzen Reichthum, ihre paar Kühe und Pferde verloren und Armuth und Elend war eingekehrt, wo sonst glücklicher Frieden und verhältnißmäßiger Reichthum herrschte – der wenigstens dem Besitzer Alles das gewährte, was er zum Leben brauchte und verlangte, so wenig das auch sein mochte.

Drei Jahre später ritt John Wells wieder einmal nach Texas hinüber, um Jim Jenkins bei seinem zweiten Sohn zu Gevatter zu bitten, und ihn zu überreden, nach dem Fourche-la-Fave zurückzuziehen, weil sich die Schwester so nach den beiden Brüdern sehne.

Bill, der ein tüchtiger Bursch geworden war, konnte abkommen und zog, wenigstens auf Besuch, mit zurück; Jim aber nicht. Er hatte im vorigen Jahre Catharine Fischer, die frühere Braut des Jay-hawkers geheirathet und – konnte jetzt gerade die blühende Ansiedlung und sein junges Weib nicht verlassen.

König Zambiri.
Afrikanische Skizze.

Erstes Kapitel.
Der Schooner.