Noch stand Zambiri am Strand, und eben so fest behaupteten die Krieger oben ihren Platz. Jetzt aber mochte er doch wohl fühlen, daß er dort draußen nicht länger bleiben könne, ohne seiner Würde etwas zu vergeben. Einen Blick warf er nach dem Fahrzeug der Weißen zurück, dessen Segel sich voll ausblähten und an dessen Bug sich schon das Wasser zu kräuseln begann – dann drehte er sich um und schritt entschlossen die Uferbank hinauf.
Jetzt regte sich auch da oben die dunkle Masse – der Doktor konnte noch erkennen, obgleich sich die Entfernung mit jedem Augenblick vergrößerte, daß von allen Seiten mehr Bewaffnete herbeiliefen. Da dröhnte plötzlich, bis zu ihnen selbst hinaus, ein einziger gellender Aufschrei aus Aller Kehlen, und wie ein Schatten über einen von der Sonne beschienenen Plan wälzte sich der dunkle Schwarm dem König entgegen.
Dieser warf die Arme empor, dann verschwand Alles in einem wilden Gewirre von schwarzen Gestalten, und als sich diese endlich wieder zum Ufer hinaufgezogen, blieb nur ein einziger dunkler Punkt auf dem hellen Untergrund des Strands zurück.
Der Doktor schob sein Glas noch etwas mehr zusammen, um den Punkt in den Fokus zu bekommen.
»Nun, Doktor, wie ist's?« lachte der Kapitän; »können Sie noch was erkennen? – Wie haben sie unsern Dicken aufgenommen?«
»Dort liegt sein unbeholfener Leichnam am Strand,« sagte der Doktor, indem er das Glas zusammenschob, denn die Entfernung wurde jetzt zu groß, »und wenn die Fluth wieder steigt, wird sie ihn in die See schwemmen.«
»Ein fetter Bissen für die Krokodile!« lachte der Seemann. »Alle Wetter! das erste, das ihm begegnet, bekommt ein richtiges Maul voll – ein Glück nur, daß er uns zu seinen Erben eingesetzt. Aber was haben sie mit ihm gemacht?«
»Ihm wahrscheinlich ihre Lanzen in den Leib gerannt,« nickte der Doktor. »Sonderbar doch; vorher hatte er nicht mehr Macht und Gewalt über sie als jetzt, und doch duldeten sie Alles und ließen sich verkaufen und abschlachten, wie es dem grausamen Tyrannen gefiel. Jetzt, da der Nimbus gefallen ist, der ihn umgab, rennen sie ihm ihre Speere in den Leib und lassen den Kadaver draußen auf dem Sande liegen.«
»Menschennatur,« sagte der Yankee gleichgültig. »Na, wir sind ihn wenigstens los und haben keine Verantwortung. Die Brise frischt auf, Doktor – ich denke, jetzt halten wir gerade auf das Kap zu.«
Der Schooner neigte sich vor dem frisch einsetzenden Wind auf die Seite und flog schäumend durch die leichtbewegte Fluth. Vom Land aus hatten ihm die Eingebornen nachgesehen, aber er wurde kleiner und kleiner und verschwand endlich wie ein lichter Punkt am Horizont.