»Aber Bob, wir sind noch lange nicht weit genug gefahren, um das zu ermöglichen,« sagte der Bootssteuerer. »Ein paar Stunden dürfen wir noch immer so fortrudern.«

Bob warf – während die Leute sämmtlich mit Rudern aufgehört hatten – den Blick nach oben. Der Nebel war indessen so hoch gestiegen, daß er schon wie ein Schleier über ihnen lag und nicht einmal die Sterne mehr deutlich erkennen ließ.

»Das thut's nicht, Sir,« sagte er – »wenn wir jetzt irre fahren, reiben wir unsere Kräfte auf und wissen nachher nicht einmal, nach welcher Richtung wir das Schiff suchen sollen.«

»Wenn man nur den Kompaß erkennen könnte,« sagte der Bootssteuerer, selber jetzt unsicher gemacht – »aber es ist ja stockdunkel und nicht einmal eine Laterne in der Spintje – die gehörte eigentlich hinein.«

Die Leute hatten, ohne einen weiteren Befehl abzuwarten, ihre Ruder aufgenommen und in das Boot gelegt. Der Bootssteuerer schaute eine Weile schweigend und unschlüssig vor sich nieder, aber er sah in der That selber keine Möglichkeit, mitten in Nacht und Nebel einen bestimmten Kurs zu halten. Ja wenn sie noch Wind gehabt hätten, so konnten sie eher auf- und absegeln, ohne die Leute zu erschöpfen, und wer wußte denn, ob sie nicht am nächsten Morgen ihre Kräfte nothwendig brauchen würden.

»Es wird nicht anders,« seufzte er endlich leise – »wir müssen jedenfalls den Nebel abwarten. So legt Euch denn schlafen, Leute, und ruht Euch aus – aber eine Wacht müssen wir halten – wir können ja einander ablösen, denn es wäre doch möglich, daß das Schiff in unsere Nähe käme oder einen Schuß feuerte, nach dem wir im Stande sind, die Richtung zu bestimmen.«

»Gut, Sir, dann will ich die erste Wacht nehmen,« sagte Bob, »ich bin doch noch nicht müde, und wenn wir alle zwei Stunden abwechseln, wird ja der Morgen auch da sein.«

»Aber sowie der Nebel sinkt und die Sterne wieder sichtbar werden,« sagte Mr. Sikes, »weckt Ihr augenblicklich.«

»Gewiß, Sir,« nickte der Alte, und zog die neben ihm liegende dicke Jacke an, die er sich in Vorsorge mitgenommen hatte, und um die ihn die Uebrigen jetzt nicht wenig beneideten. Der Nebel fiel recht kalt und naß, und es war eben kein angenehmer Aufenthalt in dem offenen Boot.

Mr. Sikes suchte sich jetzt ebenfalls so gut als möglich wegzustauen, um der Nacht ein paar Stunden Schlaf abzuringen; es war das aber nicht so leicht, und bequem konnte er es sich auch nicht machen. Von der Anstrengung und Aufregung der letzten Stunden erschöpft, schlief er aber doch endlich wirklich ein, und Grabesstille herrschte in dem kleinen Fahrzeug.