»A-na-las-ka, die schwankende Birke, sendet herüber!« schrie da Tcha-to-ga, mit vor innerer Aufregung fast erstickter Stimme – »zögert und Euer Häuptling stirbt jede Handbreit den entsetzlichsten Tod.«

»Setzt das Boot aus, guter Tom,« bat in fieberhafter Angst auch jetzt der Gefangene, »macht rasch – macht um aller Heiligen Willen rasch, ich bitte Euch – ich befehle es Euch!«

»Feige Memme,« knurrte der alte Matrose leise vor sich hin, »hallo da, Jim, Ben, Virginny,« setzte er dann leise hinzu, »rasch in die Yolle, und Ihr da, Ned und Dick, holt die Dirne wieder herunter. Aber – es ist doch ein ehrlicher Tausch,« rief er dann noch einmal vorsichtig nach den am Ufer Stehenden hinüber – »die Dirne gegen den Capitain!«

Der Fremde winkte mit dem Tuch, zum Zeichen der Einwilligung.

»Ich hört' es lieber erst von der Rothhaut selber,« brummte der Mate – »wie ist's, Gentlemen, Ihr gebt den Capitain da frei, wenn Ihr die Dirne habt? – bei Gott, betritt er nicht in demselben Augenblick die Yolle, wo die Squaw heraussteigt, so fliegt ihr diese Kugel nach, und Ben Martin verfehlt verdammt selten sein Ziel.«

»Der bleiche Schuft mag gehen!« rief der Häuptling, sich stolz emporrichtend – »und hat er seinen Scalp lieb, so zeigt er sein blasses Antlitz nie wieder in Tcha-to-gas Jagdgrund.«

Es wurden keine Worte weiter gewechselt; denn das kleine Boot stieß in diesem Augenblick vom Dampfer ab, und in seinem Spiegel kauerte die zitternde, regungslose Gestalt der Jungfrau, die dunklen großen Augen fest und thränenleer auf das Ufer gerichtet. Obgleich sie die Ursache des Fürchterlichen gar nicht begriff, was mit ihr vorgegangen, hatte sie doch, als sie sich an Bord unter den rauhen Männern fand, kaum noch mehr auf Rettung gehofft, und jetzt, jetzt, wo sie am Ufer die Gestalt des theueren Vaters erkannte, die befreundeten Männer sah, die ihn umstanden, und den freudigen Zuruf hörte, der sie begrüßte, da hielt sie die Hände fest auf das pochende Herz gepreßt und fürchtete fast, daß diese ihr wie übernatürlich erscheinende Rettung nur ein süßer Traum sei, der ihr beim Erwachen zerrinnen und sie wieder elend, unendlich elend machen müßte.

Kaum berührte das Boot den Kies, als die Jungfrau auch mit einem Freudenschrei an's Ufer und in die Arme ihres Vaters flog – die Indianer, nie dem Feinde das gegebene Wort brechend, lösten die Bande des Weißen, und der Elende glitt in scheuer furchtsamer Hast die steile Bank hinab in den Kahn – wenige Secunden und das Boot schoß, durch die elastischen Ruder reißend schnell vorwärts getrieben, wie ein Pfeil durch die Fluth, dem Dampfer zu – die Männer kletterten dort an Bord – der Bug des Fox wandte sich dem andern Ufer zu, dann stromab, und schnitt nun, unter dem höhnenden Jubelgeschrei der Indianer und ohne weitere Feindseligkeit gegen die dunkelen Gestalten am Ufer, den Arkansas hinunter.

Bilder aus Quito.

Wer hat wohl nicht schon von dem hoch in die Cordilleren hineingebauten Quito, der Haupt- und Residenzstadt Ecuadors gehört, wie dort ein »ewiger Frühling herrsche und eine wahrhaft paradiesische Scenerie das Auge des Beschauers entzücke.«