»Recht herzlichen Dank dann für Dein freundliches Geschenk, Du liebes Kind« sagte Adele, ihr die Hand hinüber reichend, die sie nur schüchtern nahm — »es mag uns Glück bringen in dem neuen Land.«
»Sie sind noch nicht lange hier?«
»Erst seit heute.«
»Du lieber Gott!« sagte das junge Mädchen die Hände faltend.
»Aber liebes Kind wir müssen fort« unterbrach hier Eltrich das Gespräch, indem er zurück und dann um sich her schaute, den Neger zu sehn, der ihre Koffer fuhr — »der Bursche ist wahrhaftig wohl schon voran gegangen und ich weiß jetzt nicht einmal ob ich den Weg wieder so rasch finden kann.«
»Er wird doch ehrlich sein« rief Adele mit jähem Schreck — »guter Gott, sein Gesicht sah nicht darnach aus. Hast Du einen Neger jetzt ganz kürzlich hier vorbei gehn sehn, mein Kind, der einen Wagen zog auf dem zwei Koffer mit anderem Gepäck standen?«
»Es gehn so viele vorbei, man achtet nicht darauf« sagte das Mädchen — »fast war mir's aber, als ob gleich hier unten Einer vor kurzer Zeit in die Quergasse eingebogen wäre. Das schadet aber Nichts« setzte sie rasch und beruhigend hinzu — »die Leute haben meist alle ihre Nummer, und wenn Sie die gemerkt haben kann er mit den Sachen hingehn wohin er will, die Policey schafft sie Ihnen gleich wieder.«
»Die Nummer?« — sagte Eltrich, etwas bestürzt vor sich hinsehend »ja — ich glaube er hatte eine Nummer, aber welche, wahrhaftig und wenn ich sterben sollte, ich wüßte es nicht.«
»Barmherziger Himmel wenn alle unsere Sachen — « rief Adele in Todesangst — »es wäre furchtbar — was fingen wir nur an?«
»Thorheit, liebes Herz« suchte aber der Mann ihr die Sorge von der Stirn zu lachen — »er weiß das Haus und ist vorangegangen wo er auf uns warten wird. — Ah, hier ist der Zettel, — straße Nr. 43.«