»Und weiter ist Nichts?«

»Noch zwei Koffer die in der Coye stehn, mit Kleidern und Wäsche meiner Frau.«

»Dürfen die Leute hinein?«

»Ich werde sie selber heraussetzen.«

»Gut« sagte der Capitain, »dann will ich nach oben gehn und den Steward mit einem von den Matrosen hinunter schicken; aber machen Sie rasch, wir haben nicht viel Zeit zu verlieren und ich muß selber um halb zwölf in Canalstraße sein.«

Er verließ die Cajüte und wenige Minuten später folgte ihm Henkel, aber er sah bleich und erregt aus — seine Lippen zitterten und er strich sich mit der Hand ein paar Mal heftig die Stirn. Selbst dem Capitain, sonst gerade kein scharfer Beobachter, fiel das Aussehn seines Passagiers auf, und er rief überrascht:

»Hallo Sir, Sie sehn ja aus als wenn Ihnen ein Gespenst begegnet wäre — was ist Ihnen?«

»Mir? — o Nichts« erwiederte Henkel, sich gewaltsam sammelnd — »nur unwohl wurde mir plötzlich unten — ich weiß nicht wovon; der Kopf schwindelte mir und es wurde mir so schwarz vor den Augen; aber es ist vorbei jetzt« setzte er ruhiger hinzu, »ich habe auch schon früher etwas Ähnliches gehabt — ein leichtes Unwohlsein, das eben so rasch entsteht wie verschwindet.«

»Hier zu Lande muß man vorsichtig mit solchen Dingen sein« meinte Capitain Siebelt kopfschüttelnd — »Sie sahen wie eine Leiche aus, als Sie an Deck kamen.«

»Wirklich?« lachte Henkel, aber das Lachen klang hohl und unheimlich »ah da kommen die Sachen« unterbrach er sich rasch, als der Steward mit einem der Matrosen, jeder einen Koffer tragend, an Deck erschien — »dort dem Mann Leute, überliefert das Gepäck; Nr. 477 er weiß wohin es kommt.«