»Herr Obersteuermann, wenn ich bitten darf?«
»Ja wohl, was giebts? — ah Herr Maulbeere — nun auch zum Abmarsch fertig? das ist ja schnell gegangen.«
»Freut mich, wenn meine Bereitwilligkeit Ihr angenehmes Schiff zu verlassen, Ihren Beifall hat — wäre gern noch länger geblieben, aber Sie wissen wohl, Geschäfte müssen immer den Vergnügungen vorgehn.«
»Ja wohl Herr Maulbeere und was für Geschäfte haben Sie? wenn ich fragen darf?«
»Scheerenschleifen mit Ihrer Erlaubniß Herr Obersteuermann; die Scheeren in hiesiger Stadt sollen sich, neueren Nachrichten zufolge, in einem höchst traurigen und vernachlässigten Zustand befinden, es ist demnach die höchste Zeit, daß ich an Land komme.«
»Ich hoffe nicht« lachte der Seemann trocken, »daß Ihnen in diesem löblichen Vorsatz irgend Jemand an Bord etwas in den Weg gelegt hätte.«
»Müßte es lügen« sagte Maulbeere ruhig, »der Herr Untersteuermann hat mich schon dreimal ersucht, zu machen daß ich fort käme.«
»Nun so eilig ist's nicht« lachte der Steuermann, »Mittag können Sie immer noch bei uns machen. Die Familien dürfen sogar noch über Nacht bleiben; wir wollen die Leute nicht Hals über Kopf auf die Straße setzen.«
»Höchst christliche Grundsätze und wirklich verführerisch genug« versetzte Maulbeere »Jemanden, der nicht in gar zu großer Eile wäre, zu veranlassen seinen Magen noch einmal mit Bremer Erbsenbrüh zu ärgern.«
»Nun es zwingt Sie Niemand« meinte der Steuermann kurz.