»Und was soll er uns denn etwa abjagen, unser Geld? — da wird er sich schneiden, und unsere Sachen? — die dürfen sie uns nicht nehmen, das leidet die Regierung nicht.«
»Ja die Regierung wird sich was d'rum kümmern« meinte der Erste wieder.
»Na adieu Ihr Leute« sagte der Mann jetzt, indem er sich den Hut etwas fester in die Stirn drückte, und sich abdrehte, als ob er gehen wollte, »ich sehe es gefällt Euch hier auf der Levée, und hier in Amerika kann Jeder thun was er will; hier sind wir Alle freie Leute.«
»Aber warten Sie doch nur noch einmal einen Augenblick« rief die eine der Frauen ängstlich und besorgt — »lieber Gott, wenn Sie uns Arbeit verschaffen könnten, die wollen wir ja doch gar so gerne haben; sagen Sie uns nur wie.«
»Ja Kinder aus dem Ärmel kann ich sie auch nicht schütteln« lachte der Fremde, »aber ich habe eine Menge Bekannte hier, die viel Leute brauchen, und am liebsten Deutsche anstellen, und wenn Ihr Euch eben, wie ich das wohl glaube, keiner Arbeit scheut, so sollt Ihr da bald untergebracht sein, und zwar nicht etwa wie in Deutschland mit sechzehn oder achtzehn Thaler Lohn jährlich, und einer Kost die man hier kaum seinen Schweinen vorwerfen würde, sondern mit drei Mal Fleisch täglich, wie es überall Sitte ist, und mit Kaffee Morgens und Abends Thee.
»Und da sollen wir so lange in das Wirthshaus gehn?«
»Wenn Ihr lieber hier auf der Levée sitzen bleibt kann's mir auch recht sein« lachte der Mann, »wenn Euch aber Euere Kinder hier krank werden, könnt Ihr einem Doktor eben so viel bezahlen nach ihnen zu sehn, wie Ihr in Deutschland das ganze Jahr verdient habt — nachher ist Euer Geld gut angelegt. Aber wie gesagt, Jeder thut hier was ihn freut. Ich will mich aber doch für Euch nach Arbeit umsehn, und wenn Ihr hier bleiben wollt, so komme ich morgen oder übermorgen wieder her, und sage Euch Antwort.«
»Darf denn einmal Einer von uns mit Ihnen gehn?« frug da der Erste wieder, »daß wir nur erst einmal den Platz finden wo sie uns aufnehmen, denn unsere Sachen möchten wir nicht in Versatz geben; man weiß nachher nicht wie's wird.«
»Aber Euere Sachen müßt Ihr doch unter Dach und Fach bringen« lachte der Mann, »seid Ihr närrische Burschen! die könnt Ihr doch nicht derweile vor die Thür setzen, und wenn Ihr eine ganze Woche alle zusammen im Wirthshaus läget, zahlte die nächste Woche Arbeitslohn Euere sämmtlichen Schulden.«
»Und was bekommt man hier den Monat?«