»Brod?« lachte der Fremde, »um Brod allein wird man auch hier eine Hand regen — wenn nicht Fleisch und Gemüse und Kaffee wie das sonst Nöthige dabei ist, soll's der Henker holen; für Brod allein würden wir hier wenig Arbeiter bekommen. — Aber hier auf der Straße könnt Ihr doch nicht liegen bleiben« setzte er dann hinzu, indem er seine Uhr aus der Tasche nahm und nach der Zeit sah; »es ist jetzt eben halb zwölf, wenn Ihr Euch dazu haltet, könnt Ihr noch gerade zum Mittagsessen im Gasthaus sein.«

»Mittagsessen« seufzte aber eine der Frauen — »die paar Groschen die wir noch haben, dürfen wir nicht für Mittagessen hinauswerfen, wer weiß ob nicht Einer von uns krank wird in dem fremden Land, und dann brauchen wir sie nöthiger.«

»Ja krank — jetzt wird Niemand hier mehr krank« lachte der Deutsche, »jetzt haben wir hier die gesunde Zeit, da ist's in New-Orleans besser wohnen wie in New-York. Aber Ihr braucht kein Geld um in ein Wirthshaus zu gehn.«

»Na, umsonst werden sie uns auch nicht hier füttern.«

»Nein — das würdet Ihr auch gar nicht verlangen« sagte ihr neuer Freund ganz unbefangen, »aber Ihr geht ganz einfach in das erste beste Gasthaus, stellt Eure Sachen dort ein, eßt und trinkt was Ihr braucht, und zahlt so bald Ihr könnt. Glaubt Ihr denn nicht daß so etwas alle Tage hier vorkommt?«

»Ja aber wo würden sie uns denn da so aufnehmen?« frug der Mann verwundert.

»Wo? ich sage Euch ja im ersten besten Gasthaus — ich gehe mit Euch die nächste Straße hinunter, und ich wette wir sind noch keine tausend Schritt gegangen, so seid Ihr zu Haus und könnt Euere Beine unter einen gedeckten Tisch strecken.«

»Du, das ist Einer von denen wo sie uns in Deutschland von erzählt haben« flüsterte der eine dem anderen Bauer zu, »daß sie den Deutschen auflauern und sie seelenverkaufen.«

»Schaafskopf verkaufen hätte ich bald gesagt« brummte aber der Andere eben so leise — »ein gedeckter Tisch wird unseren Seelen wahrhaftig keinen Schaden thun — ich glaube nur nicht daß er's kann.«

»Aber wenn es nun doch Einer von denen ist, die einem armen Auswanderer auch das Letzte abjagen was er mitgebracht hat?«