»Und ist es denn schon wirklich so fest bestimmt?« sagte Kellmann theilnehmend.

»Meine Passage in Bremen für mich und — meine Frau ist schon bezahlt,« rief der junge Bursch da entschlossen — »den funfzehnten geht das Schiff ab, und ich habe nur noch eben Zeit das Nothwendigste in Ordnung zu bringen.«

»Ja da kömmt freilich jeder gute Rath zu spät,« sagte Kellmann, jetzt ebenfalls aufstehend und seinen Hut ergreifend, »wenn der Sprung erst einmal geschehen ist, braucht man nicht mehr über das Springen zu streiten und ich wünsche Euch das Beste in Euerer neuen Heimath.«

»Ich weiß es, ich weiß es,« sagte Mathes gerührt — »aber [pg 044]vielleicht seh ich Sie selber noch einmal auf freiem Boden drüben, mit Axt oder Pflug in der Hand, wie ein wackerer, richtiger Farmer.«

»Wen — mich?« rief aber Kellmann ordentlich erschreckt aus — »ich nach dem vermaledeiten Lande, daß alle unsere besten Bürger frißt? Nein Mathes, für dies Leben nicht — aber wann geht Ihr fort? vielleicht läßt Euer Vater doch noch mit sich reden, und lenkt ein wenn er sieht daß es Euch wirklich Ernst ist.«

Mathes schüttelte mit dem Kopf und der Actuar rief:

»Ein Bauer und einlenken, Kellmann? — da kennt Ihr unseren deutschen Bauer nicht; worauf der einmal seinen Dickkopf gesetzt hat, da muß er durch, und wenn's nicht geht, so zerhaut er sich eben den Schädel, aber er läßt nicht nach. Der alte Vogel und nachgeben; Du lieber Gott, wenn er den eigenen Sohn mit einem einzigen Wort vom Verderben retten könnte — er spräch es nicht.«

»Na, da kann ich wohl auch meine Bude hier bald zuschließen und mitgehn,« sagte Lobsich, sich den Kopf kratzend — »Schwerebrett das ist mir — hm — hm — ist mir doch was Unbedeutendes, das — das Amerika.«

»Und was sagt denn das Käthchen dazu?« frug Kellmann jetzt den Mathes, während die Uebrigen schon aufgestanden waren und sich zum fortgehn gerüstet hatten.

»Die weint und will nicht mit,« sagte Mathes leise — »aber sie wird schon gehen.«