»Ich soll den Fremden nicht fortlassen?« sagte der Barkeeper, dem derartige Aufträge wohl schon öfter gekommen waren, ruhig.
»Justement die Sache,« versicherte Lobsich.
»Wenn er aber nun mit Gewalt — «
»Zu Boden schlagen,« sagte Lobsich, mit einer entsprechenden Bewegung, und sich den Hut fester in die Stirn drückend, nahm er Henkel unter den Arm, und verließ mit diesem rasch das Haus.
Der Barkeeper, der indessen vor allen Dingen die Zeit benutzte, in der er allein war, und sich aus einer, der eigentlich nur zur Verzierung auf dem Schenkstand stehenden und ganz extrafeine Liqueure enthaltenden Porcellain-Flaschen ein tüchtiges Glas vollgeschenkt hatte, trank dieses in langsamen Zügen und mit augenscheinlichem Behagen aus, wischte sich dann den Mund sauber mit der Zunge rein, und wollte sich eben wieder, nach Barkeeper Art, die gefallenen Hände vor sich auf den Knieen, sehr behaglich und selbstzufrieden auf den Schenkstand setzen, das Weitere seines Auftrags ruhig abzuwarten, als rasche Schritte auf der Treppe laut wurden, der ihm überwiesene Fremde die Thüre schnell öffnete und zum Schenktisch trat.
»Bitte geben Sie mir ein Glas Genevre,« sagte er, ein Paket Papiere dabei in seine Rocktasche schiebend — »mir ist nicht recht wohl — ein wenig rasch, wenn ich bitten darf.«
»Hm,« murmelte Schmidt, der schon sprungfertig gesessen hatte, irgend eine Bewegung des Fremden nach der Thür hin zu vereiteln, leise vor sich hin, »dagegen ist keine Ordre eingegangen,« und schickte sich dabei langsam an, dem Wunsch des Mannes zu willfahren.
»Machen Sie ein wenig rascher,« drängte Hopfgarten, »ich bin in größter Eile.«
»So?« sagte Schmidt, ihn über die Achsel, während er mit dem linken Auge zwickte, betrachtend — »ja, kann ich mir etwa denken, haben aber reichlich Zeit.«
»Zeit? ich? — was wissen Sie davon, ob ich Zeit habe oder nicht,« sagte Hopfgarten, der sich über das ungenirte Benehmen des Burschen doch ein wenig an zu ärgern fing — »kommen Sie, geben Sie mir den Genevre herunter.«