»Kolwel glaub' ich, oder so ein Name — so mein Fräulein — mit der Scheere können Sie jetzt Butter schneiden, so scharf ist sie, sonst noch 'was? — schön — wenn Sie wieder was brauchen, ersuch' ich Sie vorzukommen — Zachäus Maulbeere steht Ihnen mit Vergnügen zu Diensten.«
Marie, die während die Männer von Henkel sprachen, Herrn von Hopfgartens Gesicht ängstlich beobachtet hatte, zog sich jetzt, von diesem gefolgt, nach dem Haus zurück, und fand bald ihre schlimmste Furcht bestätigt, als ihr der kleine Mann versicherte, daß er jedenfalls mit Tagesgrauen morgen nach Hollowfield hinüberfahren würde, seine Glieder noch einmal einer Amerikanischen Postkutsche anzuvertrauen. Die Wege waren jetzt trocken und sein Ziel lag, so rasch ihn irgend eine Beförderung, sei sie so mühselig und beschwerlich sie wolle, vorwärts bringen könne gen Milwaukie.
»Jetzt muß ich nur Ihren Vater gleich aufsuchen,« setzte er hinzu, »mit ihm Rücksprache zu nehmen — ah da kommt Georg Donner, der wird uns sagen können, wo er ist; — aber wie sieht denn der aus? — ganz roth und aufgeregt?«
Georg kam allerdings an dem Felde herunter den kleinen Waldweg gerade auf sie zu, und sah roth und verstört im Gesicht aus. Als er Hopfgarten mit Marien sah, blieb er stehn, und es war fast, als ob er umdrehen wollte, wenn so, besann er sich aber wieder, und kam langsam auf sie zu.
»Wie sehn sie denn aus?« rief ihm Hopfgarten schon von weitem entgegen — »haben Sie ein Fieber, oder sich einen Kopf am heiligen Sonntag angearbeitet, der wie Feuer glüht — fühlen Sie sich nicht wohl? — Mensch, Ihre Augen sind ja ordentlich mit Blut unterlaufen.«
»Wirklich?« sagte Georg, und versuchte dabei zu lächeln — »das hat Nichts zu sagen — allein draußen im Wald wollte ich mir ein paar Klötze zurecht rücken, und habe mich wahrscheinlich zu sehr dabei angestrengt.«
»Unsinn, Sie werden sich noch einmal Schaden thun, wo ist denn der Professor?«
»Er ging mit Theobald in der Richtung nach dem Lusthaus zu,« sagte Donner, und man sah ihm an, daß er sich Mühe gab, ruhig zu scheinen; Hopfgarten war aber viel zu sehr mit sich und seinen neuen Plänen beschäftigt, darauf Achtung zu geben, grüßte deshalb nur Marie freundlich, bat sie dem jungen Mann indessen mitzutheilen, was er beabsichtige, und schlug rasch den Weg ein, der nach dem Lusthaus hinüberführte.
»Was war es mein Fräulein, das Herr von Hopfgarten Sie bat mir zu sagen?« frug der junge Mann, als sie allein auf dem Hofe standen, und Marie indessen forschend und ängstlich zu ihm aufschaute — »er hat mich an Sie gewiesen.«
»Herr Donner,« sagte aber Marie leise und schüchtern, die an Sie gerichtete Frage ganz überhörend — »es ist etwas vorgefallen — etwas — etwas sehr Unangenehmes — vielleicht — vielleicht zwischen Ihnen und meinem Vater — «