»Ay ay Sir!« sagte der Mann, und hieb stärker auf sein Pferd, »kommen noch zurecht, wenn mein alter Jack nicht bis dahin zusammenbricht.« Das Pferd hielt sich aber wacker, und plötzlich gegen die Levée anfahrend, denn den Wasserrand konnten sie von da aus, des hochaufgeworfenen Dammes wegen nicht sehen, hielt er an.
»Boot Sir? — Boot für den Steamer?« riefen ihnen hier schon vier, fünf Bootsleute zu gleicher Zeit entgegen, die sich herbeidrängten, die geglaubten Passagiere nach dem Dampfschiff zu bringen; dieses konnte seines Tiefgangs wegen hier nicht dicht am Ufer anlanden, und mußte ein Stück draußen im Strom vor Anker liegen; »höchste Zeit, Gentlemen, aber wir bringen Sie hinüber.«
»Fünf Dollar, wenn wir zur rechten Zeit kommen.«
»Hier Sir! hier ist ein Boot das es thun kann!« schrie Einer Hopfgarten am Arm ergreifend.
»Mit dem alten Kasten kommst Du nicht vor Abend hinüber,« überschrie ihn ein Anderer, »meins ist der Clipper, Gentlemen, der über das Wasser fliegt.«
Der Constable hatte indessen von der Levée aus mit einem Kennerblick die Boote rasch übersehen, und den beiden Fremden winkend ihm zu folgen, sprang er in das, was ihm am tüchtigsten schien, hinein, und hinten an das Steuer. Die beiden Bootsleute, die dazu gehörten, nahmen mit einem Hohnlachen über die besiegten Gefährten ihre Sitze ein, und wenige Sekunden später schoß das scharfe, wackere Boot, die gelbe Fluth zu beiden Seiten in Schaum hinauswerfend, zischend und spritzend über den breiten Strom dem Dampfer zu.
»Wir kommen wahrhaftig zu spät!« rief Hopfgarten in Todesangst mit der rechten Hand sein Tuch schwenkend, »dort pufft das Schiff schon seinen Dampf aus, und die Räder fangen an zu arbeiten.«
»Nur keine Furcht Sir,« sagte der eine der Bootsleute, der einen Blick über seine Schulter weg nach dem näher und näher rückenden Fahrzeug warf, »sie arbeiten nur gegen die Strömung langsam an, den Anker heraufzuheben; die Kette ist noch unten.«
»Er hat recht,« rief aber auch der Constable jetzt, »die Kette ist noch aus und wir kommen zur rechten Zeit.«
»Gott sei Dank,« sagte Hopfgarten leise, aber tief aufseufzend vor sich hin, und von dem Augenblick an schien es, als ob jede Unruhe, jedes Schwanken von ihm genommen sei. Ruhig ein Bein über das andere gelegt, beobachtete er ihre Annäherung an das keuchende, gewaltige Dampfschiff, und überflog mit seinem Blick nur manchmal rasch und forschend das aufgebaute Quarterdeck des Fahrzeugs, zwischen den dort auf- und abgehenden Passagieren den Gesuchten herauszufinden; aber er bemühte sich nicht mehr sein Gesicht zu verbergen — der Verbrecher konnte ihm nicht mehr entgehen.