»Verliebt vielleicht« lächelte Herr Messerschmidt.
»Gott bewahre; er will eine deutsche Kleinkinderbewahr-Anstalt, und ein gratis Einwanderungshaus gründen.«
»Bah,« sagte Herr Messerschmidt, »das ist eine Idee die am Besten durch dasselbe Mittel curirt wird, das sie allein in's Leben rufen könnte.«
»Und das wäre? — «
»Geld,« sagte der Agent, achselzuckend — »das ist die alte Geschichte die nur von solchen immer vorgebracht wird, die gerade kein eignes Geld zur Verfügung haben, es darauf zu verwenden. Überweisen Sie Ihrem Herrn Sohn ein Vermögen, und er wird etwas Gescheidteres damit anfangen.«
»Vermögen überweisen,« brummte der Alte — »Sie reden da hinaus, als ob ich zwei oder mehr zu vergeben hätte. Das ärgert mich ja gerade, daß der junge Laffe eben das ruiniren will, womit sich sein armer alter Vater das Brod verdienen muß; unter dem Leib will er mir den Stuhl fortziehn, und sein schmutziges Zwischendecksgesindel darauf setzen; es ist zum Verzweifeln.«
»Unsinn,« lächelte Herr Messerschmidt — »lassen Sie uns von etwas Vernünftigerem reden; das ist eine Idee die in schönen, wohlklingenden Redensarten verraucht, und wenn Sie mir folgen, geben Sie ihm vollkommen recht, muntern ihn noch dazu auf etwas derartiges zu beginnen und versprechen ihm ihre thätige Hülfe und Unterstützung.«
»Daß ich ein Narr wäre,« rief der Alte, »der Junge hielte mich beim Wort, und was das Schlimmste ist, er jagt mir schon jetzt die Kunden aus dem Haus hinaus, und wäre im Stande den eigenen Vater an den Pranger zu stellen.«
»Das wäre allerdings fatal,« sagte Herr Messerschmidt, die Augenbrauen in die Höhe ziehend und plötzlich ganz ernsthaft werdend, »wenn die Sache so steht, bester Herr Nachbar, da möchte ich Ihnen denn doch rathen, den Burschen lieber aus dem Haus zu thun, und Jemanden hinein zu nehmen, auf den Sie sich sicher verlassen können. Ich selber würde — «
»Ihnen meinen eigenen Sohn vorschlagen, heh?« fiel ihm der Alte kurz und mit einem mistrauischen Blick in die Rede — »hab' ich recht oder nicht?«