»Herr Wirth,« sagte der Oldenburger mit bittendem Ausdruck in der Stimme, »Ihr Ausschenker hat uns vorhin gesagt, daß Sie uns nicht länger in Kost behalten wollen.«

»Füttern wollen, meint Ihr wohl?« sagte Herr Hamann, »wie komme ich dazu, ganze Schiffsladungen voll Menschen zu ernähren, ohne daß ich einen Pfennig Bezahlung bekäme?«

»Wir wollen ja gern gehn,« sagte der Mann, »und Ihnen später Alles auf Heller und Pfennig bezahlen, aber er will uns unsere Koffer nicht mitgeben.«

»Auch noch, nicht wahr? — erst hier Gott weiß wie lange mit den ganzen Familien zehren, und dann auch noch mit Sack und Pack abziehen — dumm seid Ihr nicht, das muß wahr sein, und blöde auch nicht.«

»Wir wollen Ihnen ja gern den Werth der gehabten Kost in Sachen zurücklassen, wenn wir nur das Übrige mit fortnehmen dürfen. Wir können doch nicht so in die Welt hineinziehn?«

»Das geht mich Nichts an,« entgegnete aber mürrisch der Wirth, — »ich habe hier keinen Handel mit alten Kleidern, sondern ein Gasthaus, in dem ich für jedes Pfund Fleisch, was ich haben will, baar mit meinem Gelde zahlen muß — «

»Aber was sind wir Ihnen denn eigentlich schuldig?« frug der Mann, »der Ausschenker hat uns eine Rechnung gegeben, auf der eine Menge Gläser Getränke stehn, von denen wir Nichts wissen, aber nicht einen Pfennig für die Arbeit abgerechnet, die wir in der Zeit für Sie gethan, und die Frauen haben doch Woche ein Woche aus gewaschen und wir selber all ihr Holz gespalten und gesägt, Ihren Mist gefahren, Ihre Kartoffeln ausgemacht im Feld, und hereingeschafft.«

»Die Arbeitstage sind Euch nicht mit aufgeschrieben,« sagte Herr Hamann.

»Nein, das ist wahr, aber auch Nichts dafür zu Gute, lieber Gott, wir haben uns unsere Kleider dabei herunter gerissen und tüchtig zugegriffen, das wissen Sie selber am Besten.«

»Mein Essen war auch nicht schlecht, und bei den theueren Zeiten könnt' ich's vor meinen Kindern nicht verantworten, wenn ich andere Leute umsonst fütterte; warum sucht Ihr Euch keine feste Arbeit.«