Ach ich wollt von ihren Lippen
Saugen süßen Ueberfluß;
Doch jetzt bin ich groß geworden,
Steige alt genug umher
Und die Mädchen – gehn vorüber,
Aber Keine küßt mich mehr.
Er setzte die Violine auf seine Knie, und pfiff eine Weile in tiefen Gedanken die Melodie fort.
Marie lag wohl eine halbe Stunde lang schweigend auf ihrem Lager – das Wasser war unter der Zeit heiß geworden – der Musikant brummte wenigstens sehr beifällig darüber, als er endlich aufstand und nachsah, und er nahm jetzt die Kornflasche aus der Ecke, in der er sein Lager hatte, goß eine hinlängliche – aber nicht zu große Quantität – hinzu, rührte die Mischung eine Weile mit einem abgebrochnen Reisig um, ließ sie noch ein Weilchen stehn, und hob sie dann sorgfältig, mit seinem dazu aufgenommenen Rockzipfel vom Ofen herunter auf den Tisch.
Ein blecherner, dortliegender Löffel diente ihm dazu, das Getränk zu kosten, ohne sich an dem heißen Blech die Lippen zu verbrennen, und sein wohlzufriedenes –
»Hol mich der Teufel, das schmeckt gut« war von einem vergnügten Seitenblick auf die Tochter begleitet. »Hier, Marie,« fuhr er dann nach einer Weile, in der er einen Theil des Tranks in ein verwaistes Oberschälchen geschüttet und eine kurze Zeit geblasen hatte fort – »da, koste einmal, das wird Dir auch gut thun, das wärmt durch und durch, und innerliche Wärme ist viel mehr werth, wie äußerliche.«