»Mein Kind – mein Kind!« sagte der Greis, und wollte sich über sie hinüberbeugen.
»Den Schluß, Vater – den Schluß,« flüsterte die kaum noch hörbare Stimme – »o den Schluß!«
Am stillen öden Strande,
Vom Fluthenstrom umzischt.
sang der alte Mann, aber er war nicht mehr im Stande, den Tönen Worte zu geben – die Laute blieben ihm in der Kehle stecken – er machte ein- oder zweimal den Versuch, doch umsonst – es ging nicht, und während seine Thränen immer unaufhaltsamer quollen, pfiff er mit zitternden Lippen den Schluß der Ballade.
Mit dem letzten Ton dröhnte auch der letzte Schlag der schläfrigen Thurmuhr aus –
»Mutter!« lispelte das Mädchen, und der Greis sprang mit einem lauten Aufschrei von seinem Sitz empor –
»Marie!« rief er, und strich ihr mit vor Angst fieberhaft fliegenden Händen die kalte, feuchte Stirn – »Marie« –
Umsonst, alter kinderloser Mann – Deine Marie hört Dich nicht mehr – – sie ist zur Mutter gegangen.
Laut schluchzend sank er neben dem Bett auf die Knie nieder, und barg sein Gesicht an dem kalten, harten Lager und stöhnte: