»Einige famose Gedichte habe ich hier, meine Herren,« sagte Strohwisch jetzt, der den allgemeinen Tumult benutzt hatte, seines Nachbars Bier auszutrinken, worüber nachher ebenfalls wieder gelacht wurde – »meine Herren – ich bitte Sie um Gotteswillen, keinen solchen Spektakel zu machen – bedenken Sie – meine Herren – daß wir mit solchen Ausbrüchen jugendlicher Begeisterung Tageslicht verbrennen. – Also Sie erlauben mir vielleicht, meine Herren, daß ich Ihnen einen kurzen Bischofsextract aus diesem ›Wust der Wüste‹, aus diesem Chaos literarischen Geistes herauswüste – hier ist ein famoses, epigrammatisch gehaltenes Sinngedicht, was ein sehr guter Freund von mir einmal in einer heiteren Stunde gemacht hat – hören Sie mir aufmerksam zu. – Diese einzelnen kleinen Sachen sind übrigens, wie ich Ihnen hier vorher bemerken möchte, ebenfalls so – so unbedeutend sie Ihnen auch auf den ersten Anblick scheinen mögen – von einem sehr berühmten Componisten, Herrn Schultze, in Musik gesetzt, ich – nein ich habe es wohl nicht bei mir – das schadet Nichts, ich werde Ihnen nachher einmal die Melodie nur ganz kurz vorsingen. Also – mein Freund schreibt:[1]
Der Gutsherr starb und der Amtmann
Schrieb in das Dorf: Legt Trauer an!
Da schrie der ganze Bauernchor:
Hurra! jetzt kommen wir in Flor!
Hahahaha.«
Die Umsitzenden stimmten in das Gelächter ein und Feodor wandte sich erläuternd an sie.
»Ich muß nämlich, meine Herren, hier mit Ihrer Erlaubniß eine kurze Bemerkung einflechten – diese Gedichte sind, wohlverstanden, alle unter dem belebenden Einfluß der frischen herrlichen Landluft, der freien Berge niedergeschrieben – mein Freund hält sich den Sommer hindurch gewöhnlich auf dem Lande auf – hahaha – also weiter:
Brennt doch die Gaslaternen an,
Rief höchst ergrimmt ein Bettelmann,