Der ganzen Hölle, die ein finstrer Geist

In mondenlangem Wahnsinn nicht im Stande,

Nicht fähig wäre, nur zu überdenken,

Die will ich Dir in furchtbar grimmer Lust

So Schlag auf Schlag auf Deine Seele häufen,

Daß dieser Qualen Last – u. s. w.«

»So etwa lautete der Monolog und hier concentrirte sich der Glanzpunkt des ganzen Stückes, denn diese Kraftrede mußte von fabelhafter Wirkung sein. In der Probe wurde deshalb auch besonderer Fleiß auf die Einstudirung der so bedeutenden Scene verwandt. Nur eine Schwierigkeit fand man in der Rolle des Pagen oder Dieners, den ein blutjunger, und durch das viele auf ihn Einreden eher noch verdutzter gemachter Anfänger gab. Er zeigte sich wenigstens die ersten Male sehr ängstlich, und konnte nur durch ziemlich fleißiges Einüben dahin gebracht werden, seine paar Worte: ›sie flohen durch den unterird'schen Gang;‹ und ›sie haben Pferde, Herr!‹ richtig zu sagen. Rott war denn auch unermüdlich, die Rede wieder und immer wieder zu probiren, und besonders konnte er die Stelle: ›sie haben Pferde, Herr‹ – Was Pferde, ha – wenn sie nicht Flügel haben – u. s. w. – nicht oft genug wiederholen – endlich ging es.«

»Der Abend kam – das Stück hatte sich bis zu dieser Scene vortrefflich gespielt – die Decoration des unterirdischen Gewölbes war ausgezeichnet, der Monolog, oder vielmehr der ›furchtbare Ausbruch des grimmen ritterlichen Gemüthes‹, mußte jetzt dem Ganzen die Krone aufsetzen, und der Burggraf stürzte mit blitzendem Schwert, während den oberen Galerien vor Angst und peinlicher Erwartung der Athem verging, auf die Scene. Er war ganz sicher, denn im Zwischenakt hatte er mit dem Pagen die Scene noch einmal durchprobirt. Also der Graf stürzte mit gezücktem Schwert auf die Bühne:

Hab ich dich endlich – beim allmächtgen Gott,

Hier sollst Du Rede stehn – ergieb Dich, Schuft