Und wenn's angeht, Mädchen, nimm Dir
Nur 'nen Musikant! – Juchhe!«
»Und die andern Spielleute?« frug die Tochter leise.
»Die lachten als ich es ihnen sagte, und meinten, das hätten sie vorher gewußt, da müßten sie ihr Prachtexemplar von einem Pastor nicht kennen. Die haben aber gut lachen, die sitzen warm und sicher, und denen ists einerlei, ob sie heute ein paar Groschen verdienen oder nicht – bei mir wird's aber zur Lebens- oder vielmehr zur Morgensfrage.«
Die Beiden schwiegen und starrten, Jedes in seine Gedanken vertieft, in das schöne sonnige Thal hinaus, und das eigene Herz mußte Ihnen, im Gegensatz zu all der Herrlichkeit, die sie umgab, wohl noch viel trüber und trauriger erscheinen. Endlich flüsterte Marie, als ob sie sich fürchte, die Frage laut zu thun –
»Und wie wird es hier mit uns? – in der Schenke können wir doch nicht bleiben, Du weißt was uns der Wirth gesagt hat?«
»Das hab' ich abgemacht.«
»Abgemacht?«
»Nun, nicht etwa mit baarem Gelde,« lachte der Musikant, »aber der Wirth will uns Nichts abnehmen, wenn wir heute Nachmittag, nach der Kirche heißt das, und sobald die Gäste heraufkommen, ein Stündchen musiciren. Ich spiele und Du singst – aber Marie – Du hast die Nacht wieder recht gehustet, wirst Du auch bei Stimme sein? – es schadet Dir doch nicht?«
Das Mädchen lächelte wehmüthig und sagte leise, während es sich vom Vater abwandte: