»Gewiß kann ich« brummte dieser, »aber es wird dann die höchste Zeit daß etwas geschieht, wenn wir's überhaupt noch ausführen wollen.«

»Haben Sie Alles gepackt und in Ordnung?«

»Schon seit heute Morgen um sechs Uhr.«

»Gut — überlassen Sie dann das andere mir — und Mr. Rowe?«

»Schicke ich Ihnen unter Adresse und Frachtbrief augenblicklich ins Haus — guten Morgen Gentlemen,« und sich langsam auf seinen Hacken umdrehend, drückte er die Thür hinter sich ins Schloß, und ließ die beiden Männer allein, die sich bald darauf in eine sehr lebhafte aber mit leiser Stimme geführte Unterhaltung vertieften, in der sie erst wieder gestört wurden, als sich der ehrwürdige Mr. Rowe unten anmelden ließ.


Capitel 5.
Susanna.

Der Admiral Du Petit Thouars hatte allerdings die Inseln der Königin Pomare, worunter er damals die beiden Gruppen der Gesellschafts- und Georgen-Inseln verstand, im wahren Sinn des Worts in Besitz genommen, und dachte, allem Anschein nach, gar nicht daran, sie, wie das vorige Mal, als es bei einer Protectoratserklärung geblieben, wieder vollkommen zu verlassen, wenigstens von Militair zu entblößen. Der Admiral suchte sich einzureden daß Pomare in ihrem Widerstand gegen ihn zu weit gegangen sei, und dem zu begegnen fiel er in denselben Fehler, der ihm freilich für den Augenblick nicht soviel Schaden bringen konnte, da er gerade der Stärkere war.

Recht gut wußte er dabei daß die Insulaner, wenn nicht unnöthiger Weise gereizt, eben durch ihre Eifersucht unter sich, und bei dem Haß, den ein Theil derselben gegen die strenge Herrschaft der Missionaire hegte, nicht leicht persönlichen Widerstand leisten würden, außer, durch die Fremden, besonders die Missionaire selber angereizt und dem vorzuarbeiten, ehe ein förmlicher Bruch herbeigeführt werden konnte, that er natürlich Alles was in seinen Kräften stand. Die protestantischen Geistlichen wurden schon an und für sich gleich gewarnt, das Volk nicht gegen die jetzige rechtmäßige Regierung aufzureizen, und außerdem noch eine Proclamation erlassen worin jeder Fremde, der gegen die Französische Oberherrschaft sprechen (man sagte nicht predigen) würde, augenblicklich von der Insel, überhaupt aus den Gruppen zu verweisen sei; es war das ein Paragraph der die Missionaire am schwersten traf, und auch, besonders in England, von ihnen am meisten angegriffen und verdammt wurde.

Ebenso vorsichtig mußten sich die Franzosen dagegen zu wahren suchen daß Waffen und Munition den Insulanern durch ihre Freunde zugeführt wurden, und eins der eben eingelaufenen Schiffe erhielt augenblicklich die Ordre die Insel zu umschiffen und verdächtige Fahrzeuge abzuweisen, während die hier liegenden Engländer, von denen man aber nur das kleine Kriegsschiff in Verdacht haben konnte, ebenfalls scharf bewacht wurden. Auch Spirituosen suchte man den Insulanern fern zu halten, sie nicht aufzureizen und zu Excessen zu treiben, die unter den jetzigen Verhältnissen leicht einen ernsten Charakter annehmen konnten, und es war deshalb auch daß die Kitty Clover, von der man ziemlich genau wußte daß sie unter der Hand Spirituosen an die Insulaner verkaufe und auch noch eine ziemliche Quantität derselben an Bord habe, Befehl erhielt die Bai am nächsten Morgen zu verlassen. Niemand vermuthete daß sie auch noch weit gefährlichere Waffen zum gelegentlichen Handel bei sich führe, die Mac Rally übrigens auch wohlweislich einer ziemlich genauen Visitation seines Schiffes, sollte dieselbe ja stattgefunden haben, aus dem Weg gesteckt hatte.